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Jenische sind begeistert von Zürich

«Das haben wir noch nie erlebt»: Die Jenischen Familien auf der Hardturm-Brache bekommen Schokoladenkuchen statt Besuch von der Polizei.

Die Nacht war strategisch gewählt: Am 1. Mai sollte es geschehen, dann, wenn die Zürcher Polizei mit Demonstranten beschäftigt ist. Die Jenischen sammelten sich in Wettingen. Kurz vor Mitternacht fuhren sie in einer langen Kolonne nach Zürich. Das Ziel: die Besetzung des Hardturm-Areals. Man rechnete mit Schwierigkeiten, so wie vor einem Jahr in Bern. Doch alles blieb ruhig. Die rund 30 Familien stellten ihre Wohnwagen auf das ehemalige Fussballfeld und gingen schlafen, ohne dass die Polizei auftauchte. Auch am nächsten Tag geschah nichts, nur Stadtrat Wolff kam auf einen Besuch vorbei. Bis heute ist kein Polizist erschienen, um die Gruppe zu kontrollieren. «Ich bin jetzt schon seit 30 Jahren auf Reisen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Claude Gerzner. Er meint das nicht empört. Im Gegenteil: Noch nie sei den Fahrenden so wenig Misstrauen entgegengebracht worden wie jetzt in Zürich.

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