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Jetzt beginnt der Streit um die Kaserne

Nach dem Ja zum Justizzentrum in Zürich wird die Kaserne frei. Was dort entstehen soll, ist umstritten.

Ungewisse Zukunft: Noch ist unklar, was mit der alten Kaserne von Zürich geschieht, wenn die Polizei ausgezogen ist.
Ungewisse Zukunft: Noch ist unklar, was mit der alten Kaserne von Zürich geschieht, wenn die Polizei ausgezogen ist.
Roland zh/Wikicommons

Seit 1975 hat die Stadt Zürich darauf gewartet. Jetzt ist das Ziel greifbar nah: Indem sich gestern 54,2 Prozent des kantonalen Stimmvolks hinter ein neues Polizei- und Justizzentrum stellten, spielten sie gleichzeitig die Kaserne für eine neue Nutzung frei.

«Wir lösen unser Versprechen ein», sagt der kantonale Baudirektor Markus Kägi (SVP). Das provisorische Polizeigefängnis (Propog) werde abgerissen, und auch der letzte Polizist ziehe um, wenn der Neubau auf dem Güterbahnhof-Areal 2016 bezugsbereit sei. Gleichzeitig gibt der Kanton im Stadtzentrum fast 30 weitere Standorte auf, die grösstenteils zu privaten Büros umfunktioniert werden sollen.

SVP will Wohnungen

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht aber die Kaserne. Er erwarte, dass jetzt in der Stadt ein Ideenwettbewerb über die künftige Nutzung stattfinde, sagt Polizeidirektor Mario Fehr (SP). Dieser hat gestern bereits begonnen: SVP-Präsident Roger Liebi will, dass dort Wohnungen entstehen. «Einen Park braucht es nicht.» Die Stadt verfüge über genug Grünflächen. Für FDP-Präsident Michael Baumer steht eine öffentliche Nutzung für das Quartier im Vordergrund – in welcher Form, lässt er offen. Und die Variante Wohnungsbau will er ebenfalls nicht ausschliessen.

Keine Eile kennt Links-Grün. «Das Schlimmste wäre, wenn wir nun gleich ein Projekt in Beton giessen würden», sagt Balthasar Glättli (Grüne). Die Quartierbevölkerung soll die Wiese eine Weile als Freifläche nutzen. Auch Min Li Marti (SP) fordert eine langsame Planung – mit Zwischennutzung.

Hochbauvorsteher will Quartier einbeziehen

Gas gibt hingegen der Stadtrat. Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) will, dass Stadt und Kanton gleich damit beginnen, Lösungen zu suchen. Unbedingt einbinden will er das Quartier. «Die zukünftige Nutzung muss dem Kreis 4 einen Mehrwert bringen.»

Das letzte Wort hat der Kanton, dem die Kaserne gehört. Dem Wunsch der Stadt, das Areal zu übernehmen, erteilt Kägi eine Absage. «Eigentümer ist und bleibt der Kanton.» Ein gewichtiges Wort wird auch die Denkmalpflege mitreden, wenn es um neue Ideen geht: Sowohl Militär- wie Polizeikaserne sind geschützt – und die Auflagen für die Nutzer hoch.

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