Jetzt erhält auch Zürich seinen Superblock

Für einmal kopiert Zürich die Stadt Winterthur: Der Zürcher Stadtrat hat das Airgate-Bürogebäude in Zürich-Nord gekauft, um Teile der Verwaltung zu zentralisieren.

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In Zürich-Seebach entsteht ein weiteres städtisches Verwaltungszentrum. Die Stadt hat das markante Airgate-Gebäude an der Thurgauerstrasse gekauft. Es soll mittelfristig zum städtischen Verwaltungszentrum werden und ergänzt damit das im Frühling erworbene künftige Neue Verwaltungszentrum (NVZ) ganz in der Nähe, das den kurzfristigen Raumbedarf abdeckt.

Das Gebäude steht in Fussdistanz zum Bahnhof Oerlikon und zum NVZ in Neu-Oerlikon. In unmittelbarer Nähe liegt zudem eine Tramhaltestelle. Wie es dereinst heissen wird, ist noch unklar.

128 plus 50 Millionen

Für den Kauf des Airgate-Gebäudes hat der Stadtrat heute Mittwoch per Dringlichkeitsbeschluss 128 Millionen Franken bewilligt, wie Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) vor den Medien sagte. Von der Kaufgelegenheit habe der Stadtrat kurzfristig erfahren. Der bisherige Besitzer sei eine im Ausland wohnende Privatperson.

Im Gegensatz zum NVZ, welches kurzfristig als Verwaltungszentrum genutzt wird, ist die Nutzung der Airgate-Liegenschaft durch die Stadtverwaltung eine mittelfristige Angelegenheit. Zuvor - laut Odermatt etwa 2025 - muss sie vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen überführt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn Gemeinderat und Stimmvolk zustimmen.

Mit dem jetzigen Liegenschaftenkauf ist das Vorhaben der Stadt, in Altstetten einen Verwaltungsneubau zu erstellen, hinfällig geworden, wie Odermatt sagte. Das 15'000-Quadratmeter-Areal diene der Stadt aber weiterhin als strategische Landreserve.

22'150 Quadratmeter auf 12 Geschossen

Erstellt worden ist das Airgate-Gebäude im Jahr 1980. Auf 12 oberirdischen Geschossen bietet es eine Nutzfläche von 22'150 Quadratmetern. Dazu kommen vier Untergeschosse. Die Liegenschaft ist laut Odermatt in «tiptoppem Zustand». Für verschiedene Anpassungen - etwa im IT-Bereich und an der Fassade - rechnet der Hochbauvorsteher mit rund 50 Millionen Franken.

Zurzeit ist das Gebäude weitgehend vermietet, wie Odermatt sagte. Die Mieten hätten verschiedene Laufzeiten, die längsten liefen rund 2025 aus. Alle Mieten werden übernommen und die nicht vermieteten Flächen nach Möglichkeit an Dritte vermietet, bis die Stadt Eigenbedarf hat.

Mehr Einwohner, mehr Flächenbedarf

Der Flächenbedarf der Zürcher Stadtverwaltung steigt laufend, obwohl die Fläche pro Arbeitsplatz seit 2001 um fast 20 Prozent reduziert wurde. Bevölkerungswachstum und immer mehr Aufgaben bringen aber Personal-Aufstockungen mit sich. Prognosen rechnen mit einem zusätzlichen Bedarf von 57'500 Quadratmetern bis 2030.

Davon sind laut Odermatt allerdings nur 32'300 Quadratmeter tatsächlicher Mehrbedarf. 23'200 zusätzliche Quadratmeter sind nötig, um die heute in der ganzen Stadt verzettelten gemieteten Büros mit Flächen in eigenen Liegenschaften abzulösen. Mit dem Airgate-Gebäude und dem NVZ kann dieser prognostizierte zusätzliche Flächenbedarf bis 2030 weitgehend abgedeckt werden.

Der Erwerb des künftigen NVZ und des Airgate-Gebäudes erlaubt es, andere Mietflächen in der Innenstadt aufzugeben, wie dies verschiedene Postulate gefordert haben. Es entspricht zudem der Strategie «kaufen statt mieten» und «grosse Zentren statt kleine Einheiten», für das schon das 2005 eingeweihte Verwaltungszentrum Werd im Kreis 4 steht.

Zentralisierung der Verwaltung scheint im Trend zu liegen. In Winterthur hat die Regierung die Stadtverwaltung in einem neuen Gebäude auf dem ehemaligen Sulzer-Areal zusammengezogen. Dieses heisst Superblock. Darin ist die Stadt im Unterschied zu Zürich aber nur eingemietet.

(pu/sda)

Erstellt: 26.08.2015, 16:31 Uhr

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