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Jetzt kommen die dicken Brummer

Die Wespen sind in diesem Jahr aussergewöhnlich früh unterwegs – zusammen mit Hornissen. Die seltenen Insekten tauchen in Zürich wieder häufiger auf.

Sie sind wieder da: In der Stadt Zürich hat die Zahl der Hornissen 2018 wieder zugenommen.
Sie sind wieder da: In der Stadt Zürich hat die Zahl der Hornissen 2018 wieder zugenommen.
Wikimedia Commons/Christian Olsen
Wenn sich Hornissen einnisten: Sie sind weit weniger aggressiv, als gemeinhin vermutet. Man sollte die Tiere einfach nicht reizen und sich ihren Nestern nicht auf weniger als fünf Meter nähern.
Wenn sich Hornissen einnisten: Sie sind weit weniger aggressiv, als gemeinhin vermutet. Man sollte die Tiere einfach nicht reizen und sich ihren Nestern nicht auf weniger als fünf Meter nähern.
Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung
Seltene Nester im Freien: Hier hausen Mittlere Wespen in einem Baum. Diese Nester lassen sich gut umsiedeln.
Seltene Nester im Freien: Hier hausen Mittlere Wespen in einem Baum. Diese Nester lassen sich gut umsiedeln.
Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung
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Angefangen hat alles im April – dem zweitwärmsten seit Messbeginn. Der ganze Sonnenschein und die milden Temperaturen scheinen die Wespenköniginnen beflügelt zu haben. Üblicherweise kommen sie frühestens Anfang Mai aus ihrem Winterversteck hervor. In diesem Jahr haben sie schon im April mit dem Nestbau begonnen. «Die Leute haben bereits nach den Frühlingsferien Wespenaktivität bemerkt und uns angerufen», sagt Biologin Gabi Müller, Leiterin der Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich.

89 Anfragen zu Wespennestern sind seit Anfang Jahr bei der kostenlosen Beratungsstelle eingegangen. Im Vorjahr waren es um diese Zeit noch 39 Anfragen. Ob uns die gelb-schwarzen Tierchen nun in zunehmender Zahl durchs Jahr begleiten werden, hängt von der Witterung ab. Sollte es im Juli nochmals extrem kalt und nass werden, könnte dies das Wachstum der Völker bremsen, sagt Müller. Wie lange Wespen unterwegs sind, hängt auch von ihrer Art ab. Die Deutsche und die Gemeine Wespe können bis Ende Oktober oder sogar noch länger aktiv bleiben – je nachdem, wie gut ihr Neststandort isoliert ist.

Hornissen: Besser als ihr Ruf

Besonders erfreulich ist laut Müller, dass die Hornissen-Meldungen zugenommen haben: Waren es 2017 um diese Zeit noch zwei gemeldete Hornissenaktivitäten, so sind es in diesem Jahr bereits 26. «Hornissen sind heute nicht mehr häufig. Deshalb sollten diese Völker wenn immer möglich vor Ort belassen oder von Fachleuten sorgfältig umgesiedelt werden.»

Diese grösste einheimische Wespenart ist sehr viel besser als ihr Ruf. Wer im Garten ein Hornissenvolk beherberge, werde nie eine Fliegenplage haben, sagt Müller. Die Tiere haben nämlich einen Mordshunger und verfüttern ihrer Brut nebst lästigen Fliegen auch Wespen, Spinnen, Heuschrecken, diverse Raupen und Schädlinge. Bis zu 500 Gramm Insekten kann ein grosses Hornissenvolk täglich vertilgen.

Auch darf man sich von der imposanten Erscheinung der rund zwei Zentimeter grossen Tiere nicht zu sehr einschüchtern lassen: Laut Müller sind Hornissen überhaupt nicht aggressiv, wenn man ihrem Nest nicht zu nahe kommt. «Alle Wespenarten stechen nur, wenn man sie drückt, festhält oder sich an ihrem Nest zu schaffen macht.»

Nur Allergiker müssen aufpassen

Hornissenstiche tun übrigens kaum mehr weh als ein Wespenstich. Die Giftblase von Hornissen, Wespen und Bienen ist ungefähr gleich gross. Pro Stich injizieren Hornissen und Wespen etwa 0,01 Milligramm Gift, Bienen entleeren ihre Giftblase jeweils ganz, was etwa. 0,1 Milligramm entspricht. «Gefährlich sind solche Stiche nur für Menschen, die auf das Gift allergisch sind. In der Schweiz kommt es durchschnittlich zu drei bis vier Todesfällen wegen Bienen-, Wespen- oder Hornissenstichen», sagt die Biologin.

Führt ein Stich zu Ausschlägen, Atem- oder Kreislaufbeschwerden, besteht Allergieverdacht. Dann – und bei Stichen im Mund oder im Rachen – muss laut Müller sofort die Sanität benachrichtigt werden. In allen anderen Fällen reicht es, die Einstichstelle mit Eis zu kühlen, eine kühlende Salbe aufzutragen oder eine Zwiebelhälfte auf den Stich zu legen.

Zusammenleben statt umsiedeln

Das Zusammenleben mit diesen nützlichen Insekten ist beim Beachten gewisser Verhaltensregeln ganz einfach (siehe Box). Verirrt sich eine Wespe oder Hornisse ins Haus, kann man das Licht löschen und die Fenster öffnen, damit sie ihren Weg ins Freie selbst finden, denn diese Tiere fliegen immer ans Licht.

Sollte ein Wespen- oder Hornissennest aber zu stark stören, können Mieter die Verwaltung informieren. Hauseigentümer haben die Möglichkeit, die lokale Feuerwehr mit der Umsiedlung zu beauftragen. In Zürich gibt es zudem einen Spezialisten, der Hornissen und Wespen gegen ein Entgelt umsiedelt.

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