Jetzt müssen Autofahrer vom Gas

Auf vier Strassen in der Stadt Zürich gilt für drei Monate Tempo 30. Der nächtliche Testbetrieb soll zeigen, ob mit der Geschwindigkeit auch der Lärm abnimmt.

In Lausanne bereits Realität: Nächtliche Temporeduktion.

In Lausanne bereits Realität: Nächtliche Temporeduktion. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ab Sonntagabend, 8. Juli 2018, testet die Dienstabteilung Verkehr (DAV) auf vier überkommunalen Strassenabschnitten die Wirkung von Tempo 30 während der Nacht. Gemäss Medienmitteilung soll dabei geprüft werden, ob mit der Temporeduktion die Lärmemissionen abnehmen. Der Testbetrieb dauert drei Monate. Tempo 30 gilt ab 22 Uhr bis 6 Uhr auf diesen vier Strecken:

  • Albisstrasse auf dem Teilstück zwischen Mutschellenstrasse und Dangelweg
  • Hardstrasse zwischen Hardplatz und Albisriederplatz
  • Dübendorf-/Winterthurerstrasse zwischen Tramhaltestelle «Probstei» und Gasthof «Hirschen»
  • Am Wasser/Breitensteinstrasse von der Europabrücke bis zum Wipkingerplatz

Die nächtlichen Tempotests sind möglich, nachdem die im Januar 2014 publizierten Verkehrsvorschriften im September 2017 mit einem Urteil des Verwaltungsgerichts rechtskräftig wurden. Während der Versuchsphase wird das DAV weiterführende Messungen zu Fahrzeugmengen, Geschwindigkeiten und Lärmpegel durchführen, um Vergleichswerte zu erhalten.

Sinnvoll, aber nicht genug

Markus Knauss, Co-Geschäftsführer des VCS Zürich, erachtet den Versuch als sinnvoll. Er geht ihm aber nicht weit genug. «Nach über 30 Jahren muss der Stadtrat nun endlich Lösungen für die rund 120'000 Lärmbetroffenen in der Stadt finden, die eben noch keine wirksame Lärmschutzmassnahme erhalten haben», sagt er.

An Tempo 30 auf den zahlreichen Strassen, die mitten in Wohnquartieren liegen, führe kein Weg vorbei, so Knauss. «Auch tagsüber hat die Geschwindigkeitsreduktion viele positive Wirkungen – insbesondere punkto Verkehrssicherheit.»

Mauro Tuena, Präsident SVP Stadt Zürich, bezeichnet den Test wiederum als «Pseudoversuch», mit dem die Stadtregierung ihrem erklärten Ziel, in der Innenstadt flächendeckend Tempo 30 einzuführen, näher kommen wolle. «In den Wohnquartieren mach das Sinn, nicht aber auf den Hauptverkehrsachsen. Dort sind die Einschränkungen zu gross und die Lärmbelastung nimmt mit der Temporeduktion nur marginal ab», sagt Tuena. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.07.2018, 14:06 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Winterpause: Olaf Niess und sein Team haben die Schwäne auf der Hamburger Alster eingefangen, um sie in ihr Winterquartier zu bringen. (20.November 2018)
(Bild: Fabian Bimmer) Mehr...