Heute versiegte der Zürcher Schoggibrunnen

Ein einzigartiger Brunnen steht in einer grossen Wohnsiedlung in Leutschenbach. Nun hat er (vorerst) ausgesprudelt.

Dieser Brunnen spendete nicht nur, er forderte auch. Foto: Social Urban Zone

Dieser Brunnen spendete nicht nur, er forderte auch. Foto: Social Urban Zone

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Die Stadt Zürich verfügt über 1200 öffentliche Brunnen, da könnte man meinen, dass es auf einen nicht ankommt. Aber jener Brunnen, der heute Morgen um 11 Uhr versiegte, war einzigartig. Statt Quellwasser sprudelten da aus einer Wand auf dem Hunzikerareal in Leutschenbach wahlweise ein Schokoladengetränk, Bouillon, Cappuccino oder Tee. Je nachdem, auf welchen Knopf man drückte.

Der «Schoggibrunnen», wie er von vielen genannt wurde, wurde im Sommer 2013 von den St. Galler Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin im Auftrag der Baugenossenschaft «Mehr als Wohnen» eingerichtet. Dabei ging es um mehr als schlaraffenländischen Gratiskonsum. Die Freigiebigkeit des (hinter der Wand installierten) Getränkeautomaten richtete sich nach der sozialen Aktivität der Quartierbewohner.

Leute können sich melden

Diese sollten zum Beispiel mit unüblichen Handlungen ihren Alltagstrott durchbrechen und diese den Brunnenbetreibern melden. Oder über ein an der Wand installiertes Telefon mit unbekannten Nachbarn ins Gespräch kommen. Oder an Ballspielen teilnehmen. Zuletzt spendete der Brunnen zwei Getränkebecher pro Stunde.

Es war aber von Anfang an Teil des Konzepts: Wenn die Mitwirkung einschläft, trocknet auch der Brunnen aus. Genau das sei jetzt geschehen, sagt Thomas Neumeyer von der Quartiergruppe, die den Brunnen wartete. Zudem sei seine Gruppe immer kleiner geworden – unter anderem wegen mehrerer Umzüge. Der Brunnen befinde sich fortan im «Dornröschenschlaf», sagt Neumeyer. Entweder würden sich in den kommenden Monaten neue Leute melden, die ihn betreiben wollen – oder er gerate ganz in Vergessenheit.

Erstellt: 20.12.2018, 08:42 Uhr

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