Zum Hauptinhalt springen

Juso wollen Auftritt von Opernstar verhindern

Der Saisonstart des Opernhauses ist fulminant: Der russische Sänger Jewgeni Nikitin wird in Wagners «Parsifal» auftreten – die Juso kündigen Protestaktionen an.

Die Juso wollen nicht, dass der russische Bariton im Zürcher Opernhaus auftritt: Jewgeni Nikitin.
Die Juso wollen nicht, dass der russische Bariton im Zürcher Opernhaus auftritt: Jewgeni Nikitin.
Keystone

In einem offenen Brief fordert die Zürcher Jungpartei die Leitung des Opernhauses auf, den Starbariton Jewgeni Nikitin wieder auszuladen, wie «20 Minuten» in der heutigen Ausgabe schreibt. Der Grund für das Aufbegehren der jungen Sozialdemokraten: Nikitin, der auch in einer Heavy-Metal-Band singt, hatte sich in seiner Jugend ein grosses Hakenkreuz auf die rechte Brust stechen lassen.

Es sei skandalös, dass eine mit Steuergeldern subventionierte Kulturinstitution einem mutmasslichen Neonazi einen Auftritt ermögliche und ihm ein fürstliches Salär bezahle, schreiben die Juso gemäss «20 Minuten». Dies zeuge von mangelndem Gespür und wenig historischem Bewusstsein. «Wir werden Protestaktionen durchführen, sollte Herr Homoki Nikitin nicht wieder ausladen», kündigt Juso-Co-Präsidentin Ursula Näf an.

Rebellischer Teenager

Homoki zeigt sich indessen wenig beeindruckt: Nikitin sei ein grosser Sänger und trete auch an der Bayrischen Staatsoper in München, an der Opéra National in Paris und an der Metropolitan Opera in New York auf. «Wir sehen keinen Grund, den Vertrag mit Herrn Nikitin aufzulösen», antwortete der Opernhausintendant.

Bei den Tattoos handle es sich um eine Jugendsünde, sagte Nikitin, nachdem er von den Wagner-Spielen in Bayreuth aufgrund seiner Nazi-Tätowierungen wieder ausgeladen wurde. Er sei ein rebellierender russischer Teenager gewesen. Es habe im Russland der 90er-Jahre kein besseres Mittel gegeben, um Klassenlehrer und Eltern auf die Palme zu bringen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch