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Wegen Sex im Freien: Stadt rodet Gebüsche auf Werdinsel

Falschparkierer, Abfallberge und Nackte sind ein Dauerärgernis auf der Badeinsel. Ein Nutzungskonzept verspricht Besserung – auf Kosten der Bäume und Schrebergärten.

Der Nutzungsdruck steigt: Ein neues städtisches Nutzungskonzept soll im nächsten Jahr auf der Werdinsel Abhilfe schaffen.
Der Nutzungsdruck steigt: Ein neues städtisches Nutzungskonzept soll im nächsten Jahr auf der Werdinsel Abhilfe schaffen.
Sabina Bobst

Die Werdinsel leidet jeden Sommer unter dem Ansturm von Badenden, Falschparkierern und Nackten. Da stellt sich die Frage: Ist die Kapazitätsgrenze dieses Erholungsraumes erreicht? Seit Jahren warten vor allem die Anwohner auf das neue Nutzungskonzept dieser Insel, damit sich die Lage in den Sommermonaten entspannt.

«Ich bin überzeugt, dass wir jetzt eine ausgewogene und tragfähige Lösung ausgearbeitet haben», sagte FDP-Stadtrat Filippo Leutenengger heute Dienstag, als er das neue Konzept den Medien vorstellte. Die Massnahmen wurden unter der Federführung von Grün Stadt Zürich im Rahmen eines Informations- und Beteiligungsverfahrens mit 100 Interessensvertretern innerhalb eines Jahres ausgearbeitet. Die wichtigsten neuen Massnahmen:

Mensch und Tier: Von April bis September gilt auf der ganzen Werdinsel Leinenpflicht für Hunde. In der restlichen Zeit können die Hunde auf der Insel frei herum laufen. Ausnahme ist die Badeanstalt. Dort sind Hunde während des ganzen Jahres verboten.

Badi Au-Höngg: Die Ein- und Ausstiege der Badestrecke werden verbreitert, die Badestrecke selber verlängert. Für die Realisierung dieser verlängerten Strecke müssen bis zu 50 Bäume gefällt werden. Einheimische Gehölze werden nachgepflanzt.

Nackte: Als Massnahme gegen störende sexuelle Handlungen rodet Grün Stadt Zürich die Gebüsche des «Wäldchens». Der etablierte Nacktbadebereich wird in zwei Zonen aufgeteilt: in eine FKK-Zone und einen Bereich, in dem man sich sowohl mit als auch ohne Badebekleidung sonnen kann.

Mehr Platz: Durch eine Verkleinerung des Schrebergarten-Areals gibt es auf der Ostseite mehr Platz für Badende. Während der Hochsaison stellt die Stadt zusätzliche Veloständer auf.

Autoverkehr: Eine Busse gibt es weiterhin für die Besitzer falsch parkierter Autos und Motorräder. Zusätzlich soll die Signalisation der kostenpflichtigen Parkplätze bei der Wasserversorgung verbessert werden. Weiter wird die Regelung der Zufahrten und Parkierungen auf der Insel überprüft.

Umsetzung ab 2018

Filippo Leutenegger will die Massnahmen in den nächsten Jahren umsetzen. Einzelne davon, beispielsweise das Bauprojekt zur Verlängerung der Schwimmstrecke und die Verfügung über die Hundehaltung, können allerdings erst durchgeführt werden, wenn sie rechtskräftig sind.

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