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Kaltes Wasser ist nicht gleich kaltes Wasser

In der Stadt Zürich stehen 1235 Brunnen. Nicht aus allen sprudelt gleich kaltes Wasser. Weshalb?

Einige Tropfen in den Stein: Trinkbrunnen am Paradeplatz.
Einige Tropfen in den Stein: Trinkbrunnen am Paradeplatz.
Raisa Durandi

Die Verantwortung der Wasserversorgung der Stadt Zürich endet da, wo das Wasser zutage tritt, aus dem Dunkel ins Hell fliesst: bei den Hahnen. Bis dahin weiss man bei der Stadt ziemlich viel, über das Wasser, das durch die Leitungen fliesst. Mehr als 60 Parameter werden erfasst – einer davon ist die Temperatur. Die beträgt im Mittel 9,3 Grad und schwankt zwischen 5,5 und 17,1 Grad. Wie erfrischend ist 17,1 Grad kaltes (oder warmes) Wasser?

Die Wasserwerke sind nur bis zum Hahnen verantwortlich: Das Wasser im Brunnen auf dem Helvetiaplatz wurde zu Protestzwecken rot eingefärbt. Foto: Reto Oeschger
Die Wasserwerke sind nur bis zum Hahnen verantwortlich: Das Wasser im Brunnen auf dem Helvetiaplatz wurde zu Protestzwecken rot eingefärbt. Foto: Reto Oeschger

Zwischen den einzelnen Brunnen gibt es Temperaturschwankungen, sagt Riccarda Engi von den Wasserwerken. Das hängt damit zusammen, dass es in der Stadt zwei verschiedene Systeme gibt: Das Quellwasser- und das Leitungswassersystem. Rund zwei Drittel der 1235 Brunnen in der Stadt Zürich – sowie alle rund 200'000 Haushalte – werden mit Leitungswasser gespiesen, ein Drittel mit Quellwasser. Das Quellwassersystem funktioniert alleine mit dem Wasserdruck zwischen der höher gelegenen Quelle und den Hähnen. Es versorgt die Stadt auch dann mit frischem Trinkwasser, wenn der Strom über längere Zeit ausfallen würde. Nicht so das Leitungswasser, hier wird der Druck mit elektrischen Pumpen erzeugt.

Leitungswasser ist der kühlere Mix

Das Leitungswasser ist im Sommer in der Tendenz kühler als das Quellwasser, sagt Engi. Das hat mit dessen Mischung zu tun: Leitungswasser ist ein «Cocktail» aus 70 Prozent aufbereitetem See- und je 15 Prozent Grund- und Quellwasser. Der Hauptanteil des Leitungswassers stammt aus dem See – in der Tiefe, wo das Wasser gefasst wird, herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 8 bis 10 Grad Celsius.

Das Becken heizt mit: Das Wasser im grossen Becken des Münsterhof-Brunnens ist deutlich wärmer als jenes im kleinen. Foto: Urs Jaudas
Das Becken heizt mit: Das Wasser im grossen Becken des Münsterhof-Brunnens ist deutlich wärmer als jenes im kleinen. Foto: Urs Jaudas

Hunde, die aus dem Brunnenbecken trinken, müssen zudem mit zum Teil deutlich wärmerem Wasser vorliebnehmen: Das Wasser in den Becken erwärmt sich an heissen Sommertagen um mehrere Grad – auch wenn beständig frisches, kühles Wasser nachfliesst. Einerseits heizt die Sonne, andererseits die Umgebung und die Masse des Brunnens selber. Deshalb ist es auch wenig aussagekräftig, die Temperatur im Becken zu messen, wie wir es auf dem Paradeplatz mithilfe eines Badethermometers (der alleine gibt einen Hinweis über die Ernsthaftigkeit der Messung) getan haben. Selbst dann, wenn es wie in unserem Test um 7 Uhr morgens geschah, als die Sonne noch nicht schien.

Im Bad braucht es mehr Wasser

Nebenbei: Das Wasser im Bad ist meistens kühler als jenes in der Küche. Das hängt damit zusammen, dass die Wassermenge, die durch WC-Spülung und vor allem Duschen verbraucht wird, grösser ist als der Verbrauch durch Abwaschmaschine und Früchte-, Gemüse- und Händewaschen und so mehr frisches und kühleres Wasser nachfliesst.

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