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Kein Schmerzensgeld für Eltern von ertrunkener Schülerin

Eine 15-jährige Schülerin aus Regensdorf starb 2007 beim River Rafting auf einem Schulausflug. Die Eltern der Toten klagten gegen die Schulpflege. Vor dem Obergericht Zürich sind sie nun abgeblitzt.

Der Lehrer hat seine Sorgfaltspflicht laut den Richtern nicht verletzt: Saal des Obergerichts Zürich.
Der Lehrer hat seine Sorgfaltspflicht laut den Richtern nicht verletzt: Saal des Obergerichts Zürich.
Keystone

Kein Schmerzensgeld wegen der toten Tochter: Die Eltern einer Schülerin, die auf einem River-Rafting-Ausflug ums Leben kam, erhalten keine Entschädigung von der Schulpflege. Das Zürcher Obergericht hat ihr Begehren abgelehnt.

Das Unglück geschah im Juli 2007: Eine Schulklasse aus Regensdorf ZH ging auf der Saane River Raften. Für ein 15-jähriges Mädchen hatte der Ausflug tödliche Folgen. Beim Zusammenstoss mit einem anderen Boot fiel es ins Wasser, blieb mit der Schwimmweste an einem Ast hängen und wurde unter Wasser gedrückt. Einige Tage später erlag es seinen Verletzungen.

Eltern klagten gegen Schulpflege

Die Untersuchungsbehörden leiteten gegen den verantwortlichen Lehrer Ermittlungen ein, stellten die Strafuntersuchung im April 2012 jedoch ein. Die Eltern und die Schwester der verstorbenen Schülerin versuchten danach über einen Zivilprozess zu ihrem Recht zu kommen. Sie erhoben Klage gegen die Oberstufenschulpflege und verlangten vor Obergericht Schmerzensgeld sowie Schadenersatz. Der Vater forderte 86'100 Franken, die Mutter 60'000 Franken, die Schwester 30'000 Franken.

Die Eltern argumentierten, dass River Rafting wegen seiner Gefährlichkeit als Schulveranstaltung generell ungeeignet sei. Zudem hätten sie vor dem Ausflug keine Informationen über die Wasseraktivitäten erhalten und die Einverständniserklärung sei viel zu kurzfristig vorgelegt worden. Das Obergericht sah es anders und wies die Klage ab, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Zürcher Obergericht: Fussball ist risikoreicher

Der Lehrer habe seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt und sei für das Unfallgeschehen nicht verantwortlich gewesen, hielten die Oberrichter fest und bestätigten damit einen erstinstanzlichen Entscheid des Bezirksgerichts Dielsdorf. Die Eltern seien genügend informiert worden und hätten dem Vorhaben zugestimmt.

Sie räumten ein, dass River Rafting eine Risikosportart sei. Allerdings seien Fussball, der Bergsport oder Reiten viel risikoreicher. Die Hinterbliebenen müssen nach diesem Urteil nicht nur auf Schmerzensgeld verzichten, sondern der Schule auch noch eine Prozessentschädigung bezahlen. 21'000 Franken für die erste Instanz und rund 5000 Franken für die Kosten vor Obergericht.

SDA/kpn

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