Keine Panik! Oder doch?

Heute ist Freitag, der 13. – Vorsicht auf der Zürcher Quaibrücke!

Freitag, der 13. – kein Tag wie jeder andere. Oder vielleicht doch? Foto: PD

Freitag, der 13. – kein Tag wie jeder andere. Oder vielleicht doch? Foto: PD

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Wir haben Freitag, den 13. Das Gros der Leute nimmt das achselzuckend zur Kenntnis. Doch es gibt auch die Traumatisierten. Eine TA-Kollegin erzählt, dass sie an einem solchen Freitag ihre 2000-Franken-Designerbrille in den Zürichsee fallen liess. Auf der Quaibrücke habe sie die Alpen betrachten wollen, dabei sei ES passiert. Seither habe sie Respekt vor Freitag, dem 13.


Wirklich allen Angst machen kann das Fremdwort, das die Angst vor diesem Tag benennt: Paraskavedekatriaphobie. Darin versteckt sich Lateinisch «parasceves» für Freitag. Sowie die griechischen Wörter «triskaideka» (13) und «phobos» (Furcht).


Dass der Freitag bei uns ein Unglückstag sein soll, hat mit der Bibel zu tun. Adam und Eva sollen an einem Freitag in den verbotenen Apfel gebissen haben; die Römer schlugen am Freitag Jesus ans Kreuz. Die 13 wiederum ist die Zahl jenseits der Zivilisationsgrenze. Die 12 gilt als sympathische Symbolzahl. Jesus hatte 12 Apostel. Auch ein früheres Masssystem beruht auf der 12, das Duodezimalsystem. Auf dem Bauernmarkt kauft man nicht 10, sondern 12 Eier, für fünf Dutzend gibt es das Wort «Schock». In der 12 wohnt also Kultur, sie ist domestiziert. Es folgt ihr die wilde 13, eine Primzahl, teilbar nur durch sich selber und die 1. Diese Unzugänglichkeit und Rätselhaftigkeit macht die 13 zur Teufelszahl. In der nordischen Mythologie gibt es die Geschichte, wie 12 Götter in Walhalla feiern. Der böse Loki stösst als ­Nummer 13 zur Runde, und bald ist einer der Festteilnehmer tot.


Die Paarung Freitag und 13 verdoppelt logischerweise das Unglück. Das «Stress Management Center and Phobia Institute» in North Carolina, USA, steht Angstgeplagten bei. Folgt man seinen Angaben, entstehen der US-Wirtschaft an jedem Freitag mit einer 13 gut 800 Millionen Dollar Schaden. Leute fliegen an diesem Tag nicht, verweigern sich dem Business, verharren im Bett.


Eine Medienmitteilung der Zurich-Gruppe Deutschland unter dem Titel «Keine Panik» sagt: Die Schadensfälle häufen sich am bekanntesten Unglückstag der Welt nicht, Freitag, der 13. bewegt sich «statistisch gesehen ab­solut im beruhigenden Durchschnitt».


Thomas Lawson ist sozusagen der Mann, der Freitag, den 13. in unserer Neuzeit lancierte. Zwar gab es in der Geschichte sehr früh einen fatalen Freitag, den 13. Das war im Oktober 1307. In Frankreich nahmen die Schergen Philipps des Schönen die Templer fest, es war quasi eine stalinistische Säuberung im Mittelalter, viele Ritter des entmachteten Ordens endeten auf dem Scheiterhaufen. Doch das Datum des schwarzen Tags prägte sich nicht allzu tief ein. Erst vor gut 100 Jahren fügten sich Freitag und 13 zur «Kombi-Phobie» («Spiegel online»). Thomas Lawson, Finanzmann aus Boston, publizierte 1907 einen Roman über einen Wall-Street-Makler, der durch Aktientricks einen Kursrutsch auslöst. Der Best­seller hiess «Friday, the Thirteenth».


Zum Schluss etwas Kalenderologie. Pro Jahr gibt es mindestens einen, höchstens aber drei Freitage, die auf einen 13. fallen. Im laufenden Jahr sind es drei. Wir hatten einen solchen Tag im Februar und einen im März, heute folgt der dritte, dann ist für 2015 alles überstanden. Sicher aber lohnt es sich immer, auf der Quaibrücke beim Wechsel von Normalbrille auf Sonnenbrille behutsam zu agieren und den Kopf nicht übers Geländer zu beugen.

Erstellt: 12.11.2015, 23:18 Uhr

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