Köppel unerwünscht

SVP-Nationalrat Roger Köppel eckt in der linken Buch-Bar Sphères in Zürich an. Er spricht jetzt von linker Intoleranz.

Spricht von «linker Intoleranz»: Roger Köppel, hier an seiner Medienkonferenz im September. Foto: Dominique Meienberg

Spricht von «linker Intoleranz»: Roger Köppel, hier an seiner Medienkonferenz im September. Foto: Dominique Meienberg

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In der linken Buch-Bar Sphères in Zürich-West sind Roger Köppel und seine «Weltwoche»-Redaktion nicht mehr erwünscht. Das hat Köppels Sekretärin erfahren, als sie am Mittwoch wie üblich einen Tisch für eine Themensitzung reservieren wollte. Heute morgen twitterte Köppel: «Sie schmeissen uns raus. Linke Intoleranz in Zürich.»

Philipp Probst, Geschäftsleiter in der Szene-Bar, korrigiert diese Darstellung: «Wir haben Köppel nicht rausgeworfen. Wir schätzen ihn als Gast in unserem Lokal, und er darf auch sehr gern wiederkommen.» Gleichzeitig bestätigt Probst aber, dass sich mehrere Gäste durch den «Weltwoche»-Chef und seine Redaktionscrew gestört gefühlt und sich beim Personal beschwert haben. Es gebe zwar keine Reklamationen wegen eines Fehlverhaltens, aber: «Herr Köppel ist eben eine stark polarisierende Persönlichkeit.»

Langjähriger Kunde

Probst betont auch, dass Köppel ein langjähriger Kunde sei, regelmässig Bücher kaufe und seit einigen Wochen seine wöchentlichen Themensitzungen im Sphères abhalte. Die «Weltwoche»-Redaktion befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

Mit Köppel selber hat Probst seit gestern noch nicht gesprochen, sondern lediglich mit seiner Sekretärin. Er hoffe, dass er sich mit ihm demnächst zusammensetzen könne, um die Sache zu klären.

Wie Köppel sagt, war das Sphères schon vor vielen Jahren so etwas wie das Stammlokal der «Weltwoche» und in den letzten Wochen habe er wieder vermehrt seine Sitzungen dort abgehalten. Zudem habe er mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der linken Wochenzeitung WOZ häufig angeregte Gespräche geführt. Die WOZ befindet sich im gleichen Gebäude.

«Ich pflege zum Sphères eine romantische Beziehung», sagt Köppel. Trotzdem werde er über die Absage hinwegkommen. «Wir finden in Zürich ein neues Sitzungslokal für unsere Themensitzung», sagt der «Weltwoche»-Chef.

Erstellt: 24.10.2019, 15:59 Uhr

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