Kommune in Witikon kann bleiben – weil Zürich sparen muss

Der Sparkurs der Bürgerlichen kommt jungen Alternativen zugute. Die Sanierung ihres Bauernhauses fällt erst einmal flach.

Wird jetzt doch nicht teuer renoviert: Das 450 Jahre alte Bauernhaus am Burenweg in Witikon.

Wird jetzt doch nicht teuer renoviert: Das 450 Jahre alte Bauernhaus am Burenweg in Witikon.

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Lange schien es so, als stünden die Selbstversorger in Witikon vor dem Aus. Seit Jahren lebt eine Gruppe junger Leute für eine günstige Miete in einem alten Bauernhaus der Stadt. Um das Haus herum bauen die Selbstversorger zusammen mit Menschen aus dem Quartier Gemüse und Getreide an. Der Stadtrat wollte das 450 Jahre alte Haus, das unter Heimatschutz steht, aufwendig sanieren. Die Bewohner sollten den Hof am Burenweg 28 nächsten Sommer verlassen. Die teure Miete nach einer Sanierung hätten sie nicht bezahlen können.

Zur Hilfe kam den idealistischen jungen Leuten jetzt, dass die bürgerlichen Parteien im Gemeinderat das Sparen zum Leitmotiv erhoben haben. Die Alternative Liste (AL) stellte in der Budgetdebatte den Antrag, auf die teure Totalsanierung des Bauernhauses am Burenweg zu verzichten. Bei den Bürgerlichen stiessen sie damit auf ein offenes Ohr. Der Gemeinderat nahm den Antrag einstimmig an. Die Selbstversorger können jetzt erst einmal bleiben.

Quartiergarten Kraut und Rüben

Um sich besser mit dem Quartier zu vernetzen, haben die jungen Gemüsebauern die Genossenschaft Kraut und Rüben teilen (Kurt) gegründet. Der grosse Garten versorgt nicht nur die Bewohner des Bauernhauses mit frischem Salat und Gemüse, sondern ist zu einem Quartiergarten geworden. Jeweils am Donnerstag und am Samstag kommen Bewohner von Witikon und packen im Garten mit an. Es gibt Gemüseabos und am Donnerstag organisiert Kurt ein gemeinsames Nachtessen für alle. Zu Festen oder Konzerten kommen regelmässig Gäste aus der ganzen Stadt.

Weil das alte Haus nur mit zwei Öfen beheizbar ist und wenig Komfort bietet, ist die Miete für Zürcher Verhältnisse günstig. Wie Corin Schäfli im Blog der AL schreibt, lässt das den Mietern Zeit für anderes als fürs Geldverdienen. Im Sommer hatten die Bewohner bei Stadtrat Daniel Leupi eine Petition mit 1000 Unterschriften eingereicht, damit sie im Haus am Burenweg bleiben können. Jetzt sind sie erst mal froh, dass sie auch in der kommenden Gemüsesaison wieder im Quartiergarten wirken können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.12.2015, 11:05 Uhr

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