Krippen-Ausbau in der Stadt Zürich: «Ziel erreicht»

Sozialvorsteher Raphael Golta sieht sich in der ausserfamiliären Kinderbetreuung auf Kurs. Jetzt gehe es um die Arbeitsbedingungen in den Krippen.

Das Angebot an Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut: Eltern bringen ihre Kinder in eine Krippe in der Stadt Zürich.

Das Angebot an Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut: Eltern bringen ihre Kinder in eine Krippe in der Stadt Zürich. Bild: Sophie Stieger

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Von einem «wichtigen Meilenstein» sprach Zürichs Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) heute vor den Medien. Denn: «Die Investitionen in den Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung tragen Früchte.» Laut Golta steht heute für gut 80 Prozent der Stadtzürcher Kinder im Vorschulalter ein Kita-Platz zur Verfügung.

Und auch das Angebot an subventionierten Plätzen, bei dem es in den letzten Jahren Lücken gab, decke jetzt den Bedarf. «Das Ziel ist erreicht, wir haben ein genügend grosses Angebot, Wartelisten gehören der Vergangenheit an», sagte der SP-Politiker und erinnerte an das Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Konkret boten letztes Jahr in Zürich 329 Kitas insgesamt 10'860 Plätze an.

Kosten: 86 Millionen Franken

Für den Ausbau der Kinderbetreuung hat die Stadt in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen, gerade im Bereich der Subventionierung privater Krippen. Insgesamt gab die Stadt allein letztes Jahr für die ausserfamiliäre Kinderbetreuung 86,5 Millionen Franken aus.

Neben den Investitionen in die Subventionierung der Kinderbetreuung engagiert sich die Stadt noch in weiteren Bereichen: So trägt sie neu die Mehrkosten, die bei der Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in spezialisierten Kitas anfallen. Und sie lässt diese finanzielle Unterstützung auch Familien zugutekommen, die keinen regulären Anspruch auf Subventionen haben. Durch den Kita-Besuch werde der Inklusion bereits im Vorschulbereich Rechnung getragen, sagte Golta.

Krippe für Eltern mit Schichtarbeit

Daneben betreibt die Stadt zwölf eigene Kitas mit einigen ganz spezifischen Betreuungsangeboten wie etwa für schichtarbeitende Eltern. Eine wichtige Funktion haben die städtischen Kitas laut Golta vor allem in Bezug auf die Erprobung neuer pädagogischer Konzepte oder in der Ausbildung von Lernenden.

Nach dem quantitativen Ausbau will das Sozialdepartement den Fokus künftig vermehrt auf die Qualität in den Krippen legen. Dabei gehe es nicht zuletzt um die Arbeitsbedingungen. «Es braucht vermehrte Anstrengungen, damit sich die Situation für die Arbeitnehmerinnen verbessert», sagte Golta. Gefragt seien hier auch die Sozialpartner. Dem Krippen-Personal müsse Sorge getragen werden. Immerhin erfülle es eine «wichtige Aufgabe für die ganze Gesellschaft».

Erstellt: 02.07.2019, 12:58 Uhr

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