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Labitzke-Besetzer wollen für «Unordnung» sorgen

Die Mieter des Areals an der Hohlstrasse sind zwar freiwillig ausgezogen und haben die Schlüsselübergabe mit einer Kunstaktion inszeniert. Doch für morgen sieht es ganz anders aus.

Mit Gittern und Parolen gegen die Räumung: Die Besetzer wollen das Labitzke-Areal nicht verlassen.
Mit Gittern und Parolen gegen die Räumung: Die Besetzer wollen das Labitzke-Areal nicht verlassen.
Stefan Hohler
Kreative Installationen zwischen Abfall: Blick auf das besetzte Areal.
Kreative Installationen zwischen Abfall: Blick auf das besetzte Areal.
Stefan Hohler
Auf dem Gelände zwischen Hohl- und Albulastrasse herrschte Ende Juli gespannte Ruhe: Verbarrikadierter Zugang an der Albulastrasse.
Auf dem Gelände zwischen Hohl- und Albulastrasse herrschte Ende Juli gespannte Ruhe: Verbarrikadierter Zugang an der Albulastrasse.
Doris Fanconi
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Heute Morgen sind die letzten Mieter des Labitzke-Areals an der Hohlstrasse in Altstetten ausgezogen und haben die Schlüssel der Mobimo Holding AG überreicht. Die Schlüsselübergabe verlief problemlos. Das Gelände ist trotzdem nicht frei, es ist von rund 20 bis 30 vornehmlich jungen Leuten besetzt worden. Die Häuser und die Gitter rund um die Liegenschaft sind mit gelben Plastikbändeln behangen – Zeichen für das besetzte Areal.

Strassentheater für die Schlüsselübergabe: Bilder der Labitzke-Aktion vom Montagmorgen.

Auf aufgeklebten Flugblättern rund um das Areal wird für Dienstag zum Widerstand gegen eine geplante Räumung aufgerufen. Man wolle für «Unordnung in der Stadt» sorgen. In einer Mail an die Medien schreiben sie, dass man sich «entschlossen habe, auf dem Labitzke-Areal passiv und kreativen Widerstand zu leisten». Mit «dezentralen Aktionen» in Zürich und einem «lauten, farbigen und entschlossenen Widerstand vor Ort». Man sei wütend, «dass sich Menschen das Recht nehmen, uns zu befehlen, wie wir zu leben haben».

Taktisches Schweigen

Ob die Liegenschaftbesitzerin Mobimo einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch stellen und die Polizei zur Räumung auffordern wird, dazu wolle man sich aus taktischen Gründen nicht äussern, wie eine Sprecherin sagt. Auch die Stadtpolizei nimmt zur aktuellen Situation keine Stellung.

Bis Anfang der 90er-Jahre wurden auf dem Labitzke-Areal Farben hergestellt. Dann wurde die Produktion gestoppt, und ein Immobilienhändler kaufte das Areal. Es liessen sich Künstler nieder, Ausländervereine, ein Autohändler, Wohngemeinschaften, eine Moschee, Nachtclubs.

2012 wurden drei Baracken am Rand des Areals besetzt. Mobimo kaufte das 10'000 Quadratmeter grosse Grundstück ebenfalls 2012. Die Immobilien-AG will darauf 245 Wohnungen bauen. Die Miete für eine 3-Zimmer-Wohnung wird rund 2500 Franken im Monat betragen.

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