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Lärmgegner gewinnen vor Bundesgericht

Eine Wirtschaft in einem Innenhof im Kreis 4 darf vorerst nicht eröffnen. Durch die geplanten 70 Plätze würde zu viel Lärm im Langstrassenquartier entstehen.

Partygänger an der Langstrasse: Anwohner finden, dass sie zu viel Lärm machen. Foto: Sabina Bobst
Partygänger an der Langstrasse: Anwohner finden, dass sie zu viel Lärm machen. Foto: Sabina Bobst

Das Bundesgericht hat zwei Bewohnern aus dem Zürcher Langstrassenquartier recht gegeben, wie die NZZ am Dienstag berichtete. Die Nachbarn wehrten sich gegen eine Gartenwirtschaft mit 70 Sitzplätzen, die eine Immobilienfirma in einem Innenhof an der Zwinglistrasse einrichten wollte. Die Bausektion der Stadt Zürich hatte das Vorhaben 2016 erlaubt.

Den Anwohnern ging das zu weit. Sie befürchteten, dass der Partylärm im Quartier künftig nicht nur von der Strasse her in ihre Wohnung dringe, sondern auch aus dem Innenhof. Deshalb rekurrierten sie beim Baurekursgericht und beim Verwaltungsgericht. Beide Instanzen lehnten die Beschwerde ab: Das Restaurant befinde sich in einem der belebtesten Quartiere der Stadt, die Aussenwirtschaft müsse ausserdem um 22 Uhr schliessen. Die geschätzte Belastung von 65 Dezibel sei zumutbar.

Regeln untauglich für die Stadt?

Das Bundesgericht beurteilte die Situation anders: Durch die 70 Plätze werde der zumutbare Lärmgrenzwert überschritten. Die Störung sei «nicht mehr bloss geringfügig», heisst es im Urteil. Nun muss die Bausektion der Stadt die Sache neu beurteilen.

Die zwei Kläger äusserten sich zufrieden über das Urteil gegenüber der NZZ. Sie fordern nun von der Stadt, dass diese die Bewilligungspraxis für Aussenwirtschaften und 24-Stunden-Shops im Kreis 4 strenger handhabe. Vor allem die Innenhöfe müssten vom Partylärm verschont werden, sonst gehe das Langstrassenquartier unter.

Das zuständige städtische Hochbaudepartement kritisierte gegenüber der NZZ, dass die «momentane Rechtslage auf ländliche Gebiete abgestimmt» sei und in der Stadt nicht wirklich greife. Man wolle die Anwohner vor Lärm schützen, heisst es weiter. Aber wenn Zürich den Partylärm ganz verbanne, verliere es viele Qualitäten einer Stadt.

Vor drei Jahren hatten sich im Langstrassenquartier 115 Anwohner zusammengetan, um gegen den zunehmenden Partylärm zu protestieren. Die Stadt hat als Reaktion mehrere Gespräche mit den Betroffenen initiiert.

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