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Lässt Zürich die Formel E sausen, ist das ein Fehler

Der Rückzieher der Stadt wirkt wie ein Abgang durch die Hintertür. Die Rennserie gehört hierher.

Auf dem Weg zum Triumph: Der Brasilianer Lucas Di Grassi wird die Premiere in Zürich in angenehmer Erinnerung behalten. (10. Juni 2018)
Auf dem Weg zum Triumph: Der Brasilianer Lucas Di Grassi wird die Premiere in Zürich in angenehmer Erinnerung behalten. (10. Juni 2018)
Ennio Leanza, Keystone
Sébastien Buemi kämpft sich bei seinem Heimrennen in der Enge auf Rang 5 vor.
Sébastien Buemi kämpft sich bei seinem Heimrennen in der Enge auf Rang 5 vor.
Ennio Leanza, Keystone
Impressionen von der Strecke des Rennens mit den elektrischen Rennautos.
Impressionen von der Strecke des Rennens mit den elektrischen Rennautos.
PPR/Manuel Lopez, Keystone
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Die Veranstalter des Formel-E-Rennens in Zürich haben Fehler gemacht. Die Auf- und Abbauarbeiten im Engequartier dauerten zu lange; sie fanden zu oft in der Nacht statt; das Sicherheitskonzept stand erst kurz vor dem Grossanlass. Doch: Sie durften diese Fehler machen. Niemand kann erwarten, dass bei der Premiere eines Mega-Events alles reibungslos abläuft.

Die Makel stehen in keinem Verhältnis zu dem, was das Rennen an Positivem auslöste. Knapp 150'000 Zuschauer strömten am 10. Juni an den See, Millionen sahen am Fernseher Bilder wie aus einem Werbefilm des Tourismusverbandes. Die Formel E zeigt neben dem Autorennen auf, dass die E-Mobilität mehr ist als eine Spielerei. Die ETH präsentierte ihre neusten Innovationen, und Autokonzerne zeigten, dass E-Fahrzeuge echte Alternativen sind zu Verbrennern. Es wurden Konzepte für die Stadt der Zukunft vorgebracht, Ideen für die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs. Das alles muss in grösstem Interesse Zürichs sein.

2019 ist ja Züri-Fäscht

So sah das auch Stadtpräsidentin Corine Mauch, als sie an diesem Sonntag im Juni vom Siegerpodest winkte. Doch so ganz geheuer war ihr dieses Autorennen mit Blick auf ihre Wählerinnen und Wähler wohl nie. Der Grund, weshalb dieses 2019 nicht mehr in Zürich stattfinden wird, wirkt eigenartig, wie ein Rückzug durch die Hintertür. Plötzlich kam der Regierung in den Sinn, dass 2019 ja Züri-Fäscht ist. Und die (Welt-)Stadt zwei Grossanlässe ja gar nicht verkraften würde. 2020 können die Veranstalter dann wieder anklopfen. Aber am See, das ist jetzt schon klar, wird der Anlass nicht mehr stattfinden.

Springt Zürich ganz ab, wäre das ein Fehler. Genauso, wie es einer wäre, nicht tourismusfördernd im Zentrum zu fahren, sondern ausserhalb oder gar in der Agglomeration. Dort gehört die Formel E nicht hin, dort steht nicht die ETH, dort geht es nicht darum, derart breit gefächerte Probleme der Mobilität anzugehen. Die Formel E gehört nach Zürich – und zwar in dessen Herz.

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