Zum Hauptinhalt springen

Lasst es endlich gut sein

Uto-Kulm ist mehr als privat, der Uetliberg-Gipfel ist immer auch ein öffentlicher Ort.

Uto-Kulm ist der komplizierteste und verknorzteste Gipfel der Schweiz. Er ist viel zu schmal, um all den Ansprüchen dort oben genügen zu können: Tausende von Ausflüglern an schönen Tagen, aber ein Naturdenkmal von nationaler Bedeutung. Privatbesitz, aber ein im kantonalen Richtplan eingetragener Aussichtspunkt und Wanderweg. Landschaftsschutzgebiet, aber ein forciertes Eventlokal.

All diese Ansprüche lassen sich nur mit einem Kompromiss auf einen Gipfel bringen. Was die Baudirektion gestern veröffentlicht hat, ist ein Kompromiss, der dem Hotelbesitzer Giusep Fry besser gefällt als den Naturschützern. Bloss heisst das nicht, dass er deswegen abzulehnen ist. Gewiss ist die Vorstellung nicht erhebend, nach einsamem Aufstieg auf der Aussichtskanzel eine 300-köpfige Festgemeinde in Proseccolaune im Nacken zu haben. Doch droht einem das nur an zehn Tagen im Jahr. Auch die Zelte auf der Terrasse während höchstens 14 Wochen lassen sich überleben. Man darf nie ausser Acht lassen: Uto-Kulm ist wider alle öffentliche Logik Privatgrund. Die Stadt Zürich hat es in der Volksabstimmung von 1976 abgelehnt, den Gipfel im Tausch gegen zwei Häuser an der Augustinergasse zu erwerben. Der Heimatschutz und die Sozialdemokraten waren führend im Kampf gegen diesen Tauschhandel, wofür ihnen Giusep Fry heute noch eine Runde spendieren müsste.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.