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«Ich will mich an dieser Stelle Ludmila nennen»

In Zürich leben Tausende Sans-Papiers: im Untergrund. Nun tut sich was – damit auch Ludmila nicht mehr sagen müsste: «Ich existiere nicht.»

Unauffällig um jeden Preis: Ludmila ist in acht Jahren noch nie in eine Polizeikontrolle geraten. Foto: Urs Jaudas
Unauffällig um jeden Preis: Ludmila ist in acht Jahren noch nie in eine Polizeikontrolle geraten. Foto: Urs Jaudas

«Ich will mich an dieser Stelle Ludmila nennen. Frühmorgens stehe ich an der Limmatstrasse. Es ist noch dunkel, kein Mensch weit und breit, kaum Verkehr. Direkt gegenüber befindet sich die Tramhaltestelle. Da muss ich hin, doch ich getraue mich nicht, über die Strasse zu gehen. Das wäre illegal. Also marschiere ich hundert Meter zum nächsten Zebrastreifen und danach wieder hundert Meter zurück. Das ist verrückt. Jeder normale Mensch würde die Strasse einfach überqueren. Ich nicht. Ich tue alles, um nicht aufzufallen. Eigentlich gibt es mich gar nicht – und so verhalte ich mich auch.»

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