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Leiden für Ed

Warten in der Hitze: Damit Ed-Sheeran-Fans im Letzigrund nicht kollabieren, greifen die Veranstalter zu aussergewöhnlichen Massnahmen.

Ed Sheerans Zürcher Weg zum Weltstar: 2012 füllte er das Kaufleuten, 2017 das Hallenstadion (hier auf dem Bild) und jetzt zweimal das Letzigrundstadion.
Ed Sheerans Zürcher Weg zum Weltstar: 2012 füllte er das Kaufleuten, 2017 das Hallenstadion (hier auf dem Bild) und jetzt zweimal das Letzigrundstadion.
Ennio Leanza, Keystone

Heiss und eng wird es werden an den zwei Ed-Sheeran-Konzerten, die am Freitag- und Samstagabend im Letzigrund-Stadion stattfinden. Beide Anlässe sind ausverkauft, das bedeutet 48'000 Zuschauer pro Auftritt. An beiden Tagen soll die Temperatur bis auf 35 Grad steigen.

PET-Flaschen ins Stadion nehmen dürfen die Besucherinnen und Besucher aber nicht. «Das ist bei allen Konzerten verboten», sagt Johannes Vogel, Geschäftsführer des Veranstalters Allblues.

Der Grund seien Sicherheitsüberlegungen. «Volle PET-Flaschen lassen sich gut als Wurfgeschosse missbrauchen.» Deshalb müssen Besucher sie vor dem Eingang abgeben, ebenso Aludosen und Glasflaschen. Geduldet würden kleine Getränkebeutel und Becher, sagt Vogel.

Ausnahme am Bühnenrand

An der Barrikade, die das Publikum von der Bühne trennt, wird Allblues am Freitag und Samstag ausnahmsweise Wasser verteilen. In den ersten Reihen könne die Situation heikel werden, sagt Vogel. Die Fans dort – meistens junge Frauen – würden stundenlang vor dem Stadion ausharren, um beim Einlass um 16 Uhr zu den Ersten zu gehören und weit vorne stehen zu können. «Dann warten sie bis zum Konzertbeginn um viertel vor neun an der Sonne. Ihren Platz geben sie auf keinen Fall auf, auch nicht wenn sie Durst haben. Um sie kümmern wir uns.»

«Dann warten sie bis zum Konzertbeginn um viertel vor neun an der Sonne. Ihren Platz geben sie auf keinen Fall auf, auch nicht wenn sie Durst haben. Um sie kümmern wir uns.»

Johannes Vogel, Geschäftsführer Allblues

Auch die Gastronomiegruppe ZFV, die das Catering im Stadion besorgt, hat sich auf die Hitze und den Grossandrang vorbereitet: «Bei den Ständen und beim Personal haben wir stark aufgestockt», sagt Martin Baumgartner, Leiter Gastronomie im Letzigrund. Es seien auch mehr ZFV-Angestellte mit Bauchläden unterwegs, die Getränke direkt im Publikum anbieten.

Aufgrund dieser Massnahmen erwartet Johann Vogel weniger Hitzeprobleme. Das Dach des Letzigrunds bietet ausserdem Schatten, wenn man im Stadion drin ist, und Wasser könne man jederzeit auf den Toiletten in Becher nachfüllen.

Fast kein Schwarzmarkthandel

Unannehmlichkeiten könnten hingegen die personalisierten Tickets machen. Ins Stadion kommt nur, wessen Name auf dem Ticket mit jenem auf der Identitätskarte übereinstimmt. Diese Massnahme wird in der Schweiz zum ersten Mal so streng umgesetzt, gefordert hat sie das Management von Ed Sheeran, sagt Johannes Vogel. Die Personalisierung soll den Weiterverkauf auf dem Schwarzmarkt verhindern. «In dieser Hinsicht ist sie ein voller Erfolg», sagt Vogel, der erst skeptisch war. «Auf den einschlägigen Plattformen findet man kaum Billette. Das ist toll.»

Die Eindämmung des Weiterverkaufs ist aber nur durch einen riesigen Zusatzaufwand zu haben. Tausende Käuferinnen und Käufer seien sich der Folgen zu wenig bewusst gewesen und hätten den Namen auf dem Billett nachträglich ändern wollen, sagt Vogel. Für diesen «Umschreibeprozess» mussten sie die Tickets bei Ticketcorner einschicken, er kostete 15 Franken.

Für alle, die eine solche Anpassung verpasst haben, wird Allblues am Wochenende vor dem Letzigrund ein Zelt aufstellen. Dort lassen sich die Tickets noch umschreiben. «Wir schicken niemanden mit Billett nach Hause, es gibt immer eine Lösung», sagt Vogel. Er geht aber davon aus, dass die meisten Besucher die Namen schon im Vorfeld abgeklärt hätten.

Mehraufwand für personalisierte Tickets

Als allgemeine Methode, um gegen den Schwarzmarkt vorzugehen, eigne sich die Personalisierung von Konzerttickets kaum, sagt Vogel. Dafür mache sie zu viel Arbeit. «Das lohnt sich nur für die ganz Grossen.»

Zu diesen gehört Ed Sheeran zweifellos. Der 27-jährige Brite, der noch 2012 im vergleichsweise kleinen Zürcher Kaufleuten spielte, ist innert kurzer Zeit zum Weltstar aufgestiegen. Als am 8. Juli 2017 der Vorverkauf für das erste Letzigrund-Konzert startete, brach das Onlinesystem unter dem Ansturm zusammen. Das zweite Konzert kündete Allblues kurze Zeit später an, es war im letzten November ausverkauft.

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