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Mammut-Store an der Zürcher Löwenstrasse geentert

Rund 20 Greenpeace-Aktivisten machten heute auf angeblich vergiftete Outdoorprodukte aufmerksam – mit einer Blitzaktion.

«Mammut hat sich keinen Schritt bewegt», begründet Kampagnenleiterin Julia Bangerter die Aktion. (Video: Adrian Panholzer)

Dem Mammut-Laden an der Löwenstrasse wurde heute ein neuer Auftritt verpasst. Rund 20 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace stürmten um 11 Uhr das Outdoorgeschäft in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs. Der Mammut-Schriftzug wurde dabei in Mamba – in Anlehnung an die Giftschlange – umgeändert.

Mit der Protestaktion will Greenpeace auf PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) aufmerksam machen. Ein Test zeigt, dass sich der Stoff in den Produkten diverser Outdooranbieter befindet – so auch in denjenigen von Mammut. Elf der vierzig Produktproben würden die gesundheitsschädliche, krebserregende Perfluoroctansäure (PFOA) erhalten. Gemäss der Greenpeace-Untersuchung würden sich die Giftstoffe bis in die «entlegensten und unberührtesten Regionen der Welt» verbreiten.

Ein Plakat mit dem Schriftzug «Be a leader, detox now» (sei ein Vorbild, entgifte jetzt), das an der Aussenfassade des Geschäfts angebracht wurde, soll als Aufforderung verstanden werden. «Zwischen Mammut und der Natur stimmt die Chemie nicht. PFC-Chemikalien haben in der Natur, in der Nahrung und im Trinkwasser nichts zu suchen», sagt Julia Bangerter, Kampagnenleiterin bei Greenpeace.

Nichts mehr zu sehen von der Aktion

Die Protestaktion war schnell vorbei: Die Aktivisten räumten nach knapp 20 Minuten das Feld – mitsamt den Schriftzügen und Logos, die sie für die Aktion verwendet hatten. Weder die Polizei noch das Ladenpersonal intervenierten während des Protests. Gemäss Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi ist bisher noch keine Anzeige eingegangen.

Mammut wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Wir testen unsere Produkte regelmässig auf ihren PFC-Anteil», sagt Sprecherin Fabienne Tanoa. Die Tests, die Ende 2015 durch ein unabhängiges Labor durchgeführt worden seien, hätten gezeigt, dass alle Produkte innerhalb aller weltweit gültigen gesetzlichen Grenzwerte liegen.

Auf der Website wirbt der Outdooranbieter für sein nachhaltiges Umweltbewusstsein: «Für uns als Schweizer Alpinfirma ist eine intakte Umwelt und Berglandschaft nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht von grosser Bedeutung. Mammut lebt von und für die Natur.» Kampagnenleiterin Bangerter lässt dies nicht gelten: «Mammut soll seine Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt nicht nur ständig betonen, sondern effektiv wahrnehmen und umsetzen.»

Bekannte Kleiderfirmen denken um

PFC wird in der Produktion von Outdoorprodukten wie Jacken, Schuhen, Camping- und Wanderausrüstungen verwendet. Die Chemikalien sorgen in Form wasserfester Membranen dafür, dass Jacken und Hosen wasser- und dreckabweisend sind. Greenpeace bemüht sich seit 2011 mit der Kampagne «Detox» darum, dass Firmen bis 2020 Kleidung und Schuhe giftfrei produzieren. Unternehmen wie Adidas, H & M oder Zara haben sich bereits zu diesem Schritt verpflichtet und ein sogenanntes Detox-Commitment unterzeichnet.

Die Kleiderbranche sucht derweil krampfhaft nach einer Alternative der umstrittenen Chemikalien. So heisst es etwa auf der Mammut-Homepage: «Gleichzeitig mit der Erkenntnis über die negativen Auswirkungen von PFOA auf Mensch und Umwelt startete die bis anhin ernüchternde Suche nach geeigneten Alternativen.»

In unzähligen Tests habe bisher weder Mammut noch eine andere Marke oder wissenschaftliche Institution eine auf dem Markt verfügbare, PFC-freie Behandlungsmethode identifizieren können, die eine vergleichbare Performance gewährleisten könne. PFCs würden jedoch nur noch «gezielt und verantwortungsvoll» eingesetzt. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen den Anteil PFC-freier Stoffe in der Bekleidung von 71 auf 77 Prozent erhöhen können.

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