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«Man könnte auch eine Puppe in Uniform hinstellen»

Private Sicherheitsleute sollen Prostituierte vom schicken Seefeld fernhalten. Für Marco Cortesi von der Stadtpolizei ist dies eine fast nutzlose Massnahme.

Herr Cortesi, jetzt werden Stimmen laut, wonach im Seefeld die Prostitution wieder aufblüht. Geschäftsleute wollen das mit einem Sicherheitsdienst verhindern. Weshalb sorgt nicht die Stadtpolizei dafür? Ein privater Sicherheitsmann kann doch den Strassenstrich im Seefeld nicht eindämmen. Er hat auf öffentlichem Grund keine weitergehende Kompetenzen als andere Bürger. Man könnte auch eine Puppe in Uniform hinstellen. Das hat, wenn überhaupt, höchstens eine abschreckende Wirkung. Möglich wäre, dass der eine oder andere Freier deshalb einen Bogen um das Areal macht.

Und wie sieht es auf privatem Grund aus? Sollte eine Sexworkerin zum Beispiel auf der privaten Parzelle der Autowaschanlage in Tiefenbrunnen stehen, kann ein Wachmann sie wegweisen. Folgt er ihr aber auf Schritt und Tritt, wäre ein Konflikt vorprogrammiert. Wenn eine Prostituierte auf einem Strassenstück arbeitet, das im Strichplan eingetragen ist, ist das völlig legal. Die Polizei kann nur dann eingreifen, wenn Gesetzesübertretungen vorliegen, wenn zum Beispiel eine Frau geschlagen wird.

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