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Man «schaffet» nicht mehr, man «arbeitet»

In Zürich springt man lieber ins Englische, als mit dem Hochdeutschen zu experimentieren.

Kürzlich war ich für ein paar Tage in unserer heimlichen Hauptstadt Berlin, und mir fiel wieder auf, wie liebevoll die dort mit ihrer Sprache umgehen. Allein schon die Namen für die Bäckereien: Brotgarten, Brot-werk, Backfee, Brotzeit, Zeit für Brot, Brot & Butter – gut, der Brotgarten tönt esoterisch, die Brotquelle auch, und die Backpfeife ist etwas riskant; aber man hat das Gefühl, dass die Berliner gern mit der deutschen Sprache herumspielen.

In Zürich ist es etwas kompliziert, man ist schnell beim Englisch, wenn es um Kreativität und Originalität geht. Klar gibts den Trend auch in Berlin, auch dort hat es eine Brotfactory und eine Breadstation, aber der John Baker würde dort vielleicht Hans Bäcker heissen. Bei uns braucht man die deutsche, gemeint ist die hochdeutsche Sprache eher im Beruf oder in der Schule. Deutsch ist etwas für den gehobenen Mittelstand, also nicht unbedingt ein Spielplatz für hochfliegende Kreativität. Die Zürcher Friseure und Friseusen allerdings lieben deutsche Wortspiele, Mega Fön, Haareschööön, zum schwarzen Kamm, Haarpalast, Strubelpeter, Haartheater, Haargenau, Haarschnittstelle, Haarwerkstatt wären einige Beispiele, dazu kommen Crossover wie Hairzig und Haarock.

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