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Mauchs Assistentin setzt Zürich in Szene

Manuela Leonhard führt den Kalender der Stadtpräsidentin und zeigt auf Instagram die Sonnenseite ihrer Lieblingsstadt.

«Ich bin der Flaschenhals, der Corine Mauch von der Aussenwelt trennt», sagt Manuela Leonhard. Bild: PD
«Ich bin der Flaschenhals, der Corine Mauch von der Aussenwelt trennt», sagt Manuela Leonhard. Bild: PD

«Happy to be back at work!» steht unter Manuela Leonhards Gesicht, das geschmückt ist mit Brille und Schleife, beides gekonnt digital eingefügt. Auf ihrem Instagram-Profil setzt sie aber nicht in erster Linie sich selber in Szene, sondern vor allem ihre Stadt: Leonhards liebste Motive heissen Grossmünster, Zürichsee oder Niederdörfli, meistens im Sonnenschein. Dazu passt ihr Instagram-Profilname: «zurich_is_beautiful».

Ist Leonhard eine «Influencerin»? Heisst zurück an der Arbeit zurück am Handy? Wird sie gar von Zürich Tourismus bezahlt, um die Reisefreudigen dieser Welt anzulocken? Nein, Insta­gram mit den schönsten Bildern Zürichs bestücken, das macht sie nur nebenher. Hauptberuflich sitzt die 53-Jährige im Vorzimmer der mächtigsten Frau der Stadt: Sie ist die persönliche Assistentin von Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Und trotzdem folgen ihr auf Insta­gram über 5000 Menschen, Tendenz steigend. Angefangen habe alles mit Bildern, die sie auf dem Arbeitsweg gemacht habe. Leonhard hatte Freude an der Resonanz, die sie auslösten – «das hat sich wie ein Virus ausgebreitet», sagt sie. Aus aller Welt bekommt sie Likes, Kommentare und Zuschriften. Aber auch in den Strassen Zürichs werde sie regelmässig angesprochen. «Wenn Social Media, dann aktiv und richtig», findet sie. Dieses Credo leitet Leonhard auch sonst an. Die Thurgauer Beizertochter hat mit 20 geheiratet, ist Mutter von vier Kindern und hat mit ihrem Ex-Mann 13 Jahre das Zürcher Hotel Leonhard geführt. Mit 32 erfüllte sie sich ihren Kindheitstraum und flog als Stewardess für die Crossair und die Swiss um die Welt. «Aber ich bin auch immer wieder gerne nach Hause gekommen.»

2005 blieb sie ganz – und kam als Assistentin des damaligen Direktors der Kulturpflege zur Stadt Zürich. Sechs Jahre später war sie Corine Mauchs persönliche Assistentin. «Viele reagieren ungläubig, wenn ich sage, dass ich in der Verwaltung arbeite», sagt Leonhard. Und tatsächlich: Das Klischee der grauen Beamtin passt nicht zur quirligen, immer extravagant angezogenen Frau. «Das braucht es hier im Stadthaus auch», sagt Leonhard bestimmt. Und ihre Arbeit sei alles andere als langweilig. Sie liebe es, am Puls zu sein, mit Menschen in Kontakt zu kommen, ob prominent oder nicht. Gleichzeitig ist ihr Job anspruchsvoll. «Ich bin der Flaschenhals, der Corine Mauch von der Aussenwelt trennt. Ich darf mit entscheiden, was so wichtig ist, dass es direkt zu ihr muss.» Die Stadtpräsidentin vertraue ihr dabei voll und ganz.

Bleibt da noch Zeit für das Leben in der Stadt und das Fotografieren? Ja, denn für Manuela Leonhard ist die Freizeit häufig auch ein bisschen Beruf. Mehr Kontakte als auf Insta­gram hat sie nur auf Linkedin, der Plattform für das Geschäftliche. Auch wenn sie nicht im Stadthaus sitzt, baut sie ihr grosses Netzwerk weiter aus. «Ich werde immer wieder zu Festen, Premieren und Konzerten eingeladen und bin deshalb fast jeden Abend unterwegs», sagt sie. Das klingt alles fast zu perfekt, um wahr zu sein? Vielleicht. Doch Manuela Leonhard lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie ihren Job und ihre Stadt hundertprozentig liebt. Sie schreibt das nicht bloss auf Instagram.

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