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Mehr gemeinnützige Wohnungen für über 70-Jährige?

Die Stadtzürcher FDP will, dass ältere Menschen bei der Vergabe von günstigem Wohnraum mehr Unterstützung erhalten.

Wo wohnen im Alter? Die Mehrheit der über 70-Jährigen möchten bis an ihr Lebensende in ihren eigenen vier Wänden bleiben.
Wo wohnen im Alter? Die Mehrheit der über 70-Jährigen möchten bis an ihr Lebensende in ihren eigenen vier Wänden bleiben.
Keystone

Die FDP-Gemeinderäte Elisabeth Schoch und Albert Leiser wollen sich mit einer Motion für die Belange der über 70-Jährigen stark machen. Ihre Forderung: Der Zürcher Stadtrat solle sicherstellen, dass dieser Altersgruppe gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung genügend subventionierte oder gemeinnützige Wohnraum zur Verfügung steht.

Personen in diesem Alter - insbesondere Frauen - würden auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert und hätten es schwer, eine adäquate Bleibe zu finden, halten die Gemeinderäte in ihrer Motion vom 6. Juni 2018 fest. Zudem würde die Mehrheit der Ü70-Jährigen gerne bis zum Lebensende in ihren eigenen vier Wänden bleiben, was aus finanziellen Gründen kaum möglich sei.

Kein zusätzlicher Handlungsbedarf

Der Stadtrat lehnt die Motion ab, erklärt sich jedoch bereit, sie als Postulat entgegen zu nehmen. Es bestehe derzeit kein zusätzlicher Handlungsbedarf, schreibt er Anfang Dezember in seiner Antwort auf den Vorstoss und verweist auf die verschiedenen Massnahmen, welche die Stadt zur Verbesserung der Situation der über 70-Jährigen auf dem Wohnungsmarkt bereits umsetzt oder in Angriff nehmen wird.

Unter anderem lege die Gemeindeordnung die soziale Durchmischung in allen Quartieren fest. Namentlich das Angebot an Wohnraum für ältere Menschen wird alle vier Jahre überprüft. Auch ist in den Richtlinien zur Wohnbauaktion, für die 2017 ein Rahmenkredit über 90 Millionen Franken für die Förderung des gemeinnützigen, genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsbaus bewilligt wurde, ein Mindestanteil an Wohnungen für Personen über 60 Jahre festgelegt.

Der Stadtrat weisst darauf hin, dass der Anteil von Personen im Alter von über 65 Jahren in Genossenschaftswohnungen und subventionierten Wohnungen bereits heute sehr hoch ist. Sie kommen gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung oft in den Genuss günstiger Wohnungen.

Stadtrat will mehr Einfluss nehmen

Nichtsdestotrotz hat der Stadtrat in der aktuellen Legislatur eine Auslegeordnung und eine Situationsanalyse zur Alterspolitik und Altersversorgung vorgenommen. Teil davon ist die Überprüfung der Wohnsituation älterer Menschen. Die Stadtregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bei städtischen Wohnungen sowie bei gemeinnützigen Liegenschaften mit subventionierten Wohnungen oder bei der Vergabe von Baurechten stärker Einfluss auszuüben, um den Zugang zu günstigem Wohnraum gezielt zu steuern.

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