Mehr illegale Graffiti in der Stadt Zürich

Sprayereien verursachen jährlich einen Millionenschaden. Die Täter können nur selten belangt werden.

Ein Mann entfernt an der Neugasse in Zürich Graffiti.

Ein Mann entfernt an der Neugasse in Zürich Graffiti. Bild: Reto Oeschger

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Jedes Jahr gehen in der Stadt Zürich Hunderte Anzeigen wegen Graffiti bei der Polizei ein. Im vergangenen Jahr seien durch illegale Sprayereien etwa zwei Millionen Franken Schaden verursacht worden, berichtet die NZZ. Die Tendenz sei leicht steigend.

Eine starke Zunahme stellten die SBB fest. Demnach ist 2018 die Anzahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel angestiegen, die Kosten mit rund drei Millionen Franken gar um 43 Prozent. Die SBB entfernen Sprayereien konsequent: «Je schneller Graffiti entfernt werden, desto geringer ist der Anreiz für Sprayer, solche anzubringen», zitiert die NZZ einen SBB-Sprecher.

Konsequent geht auch die Stadt Zürich vor, wenn ein öffentliches Bauwerk besprayt wird. Insbesondere rassistische oder anderweitig verletzende Sprayereien werden innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen entfernt. Die städtischen Graffiti-Entferner beseitigen Sprayereien auch für Private, sofern diese ein Anti-Graffiti-Abo für 580 oder 1070 Franken im Jahr gelöst haben – die Preise errechnen sich nach der Beschaffenheit der Hausfassade.

Polizei verfolgt keine Unbekannten

In den vergangenen Jahren sind die angezeigten Graffiti in der polizeilichen Kriminalstatistik angestiegen. Waren es 2014 noch 509 Fälle, vermerkte man 2017 bereits 717 Fälle. Dies geht aus einer Antwort des Stadtrats auf eine schriftliche Anfrage von Claudia Rabelbauer und Ernst Danner (beide EVP) vom Dezember hervor.

Die Täter bleiben oft unbekannt. 2017 gab es nur in 5 Prozent der Fälle einen Beschuldigten. Bei unbekannter Täterschaft verzichtet die Stadtpolizei Zürich auf Ermittlungen. Dies, weil das Obergericht sich auf den Standpunkt stellt, bei Sprayereien sei es im Nachhinein schwierig, einem Beschuldigten die Tat zweifelsfrei nachzuweisen. Bei jenen Tätern, die von der Polizei in flagranti erwischt werden konnten, handelt es sich laut der NZZ meist um junge Männer. Oft seien sie nicht alleine unterwegs gewesen.

Die Stadt Zürich bemüht sich auch darum, den Sprayern legale Alternativen zu bieten. So ist es seit längerem möglich, in der Roten Fabrik, am Oberen Letten oder im Freestylepark Allmend zu sprayen, ohne dabei eine Anzeige zu riskieren. Auch temporär aufgebaute Wände gibt die Stadt bisweilen frei, wie etwa im vergangenen Dezember eine Baustellenwand in der Nähe des Hardplatzes. (zac)

Erstellt: 05.08.2019, 07:25 Uhr

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