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Mehr Platz fürs Velo dank dynamischer Verkehrsführung

Mit einem neuen Konzept sollen Bellerivestrasse und Utoquai effizienter befahren werden. Der Stadtrat will eine wechselnde Fahrspurnutzung prüfen.

Velofahrer vermischt mit Fussgängern entlang des Utoquais. Bild: TA/Urs Jaudas
Velofahrer vermischt mit Fussgängern entlang des Utoquais. Bild: TA/Urs Jaudas

Bei der Sanierung der Bellerivestrasse sind keine neuen Velostrecken vorgesehen. Die zentrale Einfallachse in die Stadt soll ab 2019 für 64 Millionen Franken erneuert werden. Gegen das Projekt der Stadt gingen zahlreiche Einsprachen ein. Die SP und Grünen fordern, die vier Spuren der Bellerivestrasse und des Utoquais auf zwei zu reduzieren, um Platz für Velowege zu schaffen – eine unrealistische Massnahme, da sie vom Kanton abgesegnet werden müsste.

Einen innovativen Kompromiss bietet die Motion der beiden GLP-Gemeinderäte Markus Merki und Matthias Wiesmann. Sie fordert einen dreijährigen Pilotversuch mit einer dynamischen Verkehrsführung. Dabei sollen die vier Spuren auf drei reduziert werden, wobei die mittlere Spur morgens, wenn die meisten Autos in die Stadt fahren, stadteinwärts offen sein soll, abends stadtauswärts. Der Verkehr würde durch Wechselsignale und in den Boden gebaute Lichter geleitet.

Stadtrat zeigt sich gewillt

In seiner Antwort auf die Motion zeigt der Stadtrat Bereitschaft, sich dem Thema anzunehmen. Allerdings beantragt er die Umwandlung der Motion in ein weniger verbindliches Postulat. Mit einer Verkehrsstudie will der Stadtrat untersuchen, ob die dynamische Verkehrsführung eingeführt werden könnte. Dass der Stadtrat die Idee für unrealistisch hält, kommt aus seiner Antwort deutlich hervor. Eine dynamische Verkehrsführung sei in den engen städtischen Platzverhältnissen unrealistisch, der Platzgewinn für Velospuren zu gering und überhaupt: Die Massnahmen würden zu viel Geld kosten.

Ganz so leicht will es Motionär Wiesmann dem Stadtrat nicht machen. Die Idee habe grosses Potenzial: «Das Projekt wäre eine Pionierleistung für grössere europäische Städte.» Inspirieren liessen sich die Gemeinderäte von süd- und nordamerikanischen Städten, die ein entsprechendes Verkehrsregime kennen. Allerdings gibt es an diesen Orten auch mehrspurige Highways, die in die Stadtzentren führen. Für Wiesmann ist klar: In Zürich gibt es nicht viele Strassen, die mehrere Spuren haben und genügend breit sind, um eine dynamische Verkehrsführung umzusetzen. «Für die Bellerivestrasse und das Utoquai wäre es aber prüfenswert», sagt der GLP-Gemeinderat. Deshalb müsse man sich überlegen, ob man nicht an einer Motion festhalten wolle. Eine Mehrheit dafür würde die GLP zusammen mit der SP und den Grünen wohl finden. Hält das Parlament an einer Motion fest, muss der Stadtrat sich eingehend mit der Möglichkeit einer dynamischen Verkehrsführung auseinandersetzen und in den kommenden zwei Jahren einen Projektkredit vorlegen oder seinen Verzicht begründen.

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