«Meine Kindheit duftete nach Nivea-Creme»

Gastronomin Sheila Lopardo macht gern Spaghetti-Selfies und weiss, mit welchem Drink man sein Date beeindruckt.

Mag den Nachthimmel: Gastronomin Sheila Lopardo.

Mag den Nachthimmel: Gastronomin Sheila Lopardo. Bild: Andrea Zahler

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Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Gastronomin Sheila Lopardo.

Zu welcher Uhrzeit ist Zürich am schönsten?
Zur frühen Morgenstunde, wenn die Sommerferien beginnen. Dann herrscht in der Stadt eine herrliche Stille und eine magische Atmosphäre: wenig Menschen, keine Hektik.

Wo treffen Sie Freunde am liebsten?
Meine Freunde besuchen mich meist dort, wo ich gerade hinter der Bar arbeite, und bleiben auf einen Drink. Das finde ich mitunter eine von vielen schönen Seiten der Gastronomie, dass man während der Arbeit seine Liebsten um sich haben kann.

Zürichs Barszene in drei Worten?
Lebendig, divers, überraschend.

Funktioniert Zürich ohne Geld?
Ganz ohne wohl nicht, aber sicher mit wenig. Es ist Einstellungssache und eine Frage der Prioritäten.

Wo trinken Sie am Wochenende am liebsten einen Kaffee? Zu Hause im Bett oder auf meinem wunderschönen Balkon.

Welche Ecke Zürichs ist überbewertet?
Die Bahnhofstrasse, weil sie sehr austauschbar ist und für mich da die Liebe fehlt.

Mein perfekter Abend

Apéro
– Mit Freunden auf einem Bänkli eine mitgebrachte Flasche Wein trinken, z. B. Fred Loimer, Extra Brut, 28 Franken
– Dazu selbst gemachter Hummus, Gemüse und Chips, 9 Franken

Nachtessen
– Selber kochen mit Freunden – bei mir zu Hause oder bei Freunden, ca. 35 Franken

Drinks
– Gran Classico Smash in der Sport Bar, 16 Franken
– Oder: Tom Collins im Acid, 16 Franken

Ausgang
– Spontan an ein Konzert, diverse Orte, ca. 20 Franken
– Nachtschwimmen in der Limmat, gratis

Ausgaben total:
ca. 108 Franken

Finden Sie den Zürichsee auch doof?
Ganz und gar nicht. Ich mag die Gewässer in Zürich ausserordentlich! Wasser hat etwas unglaublich Beruhigendes. Ich bin in Winterthur aufgewachsen und hatte keinen See um mich. Daher schätze ich den Zürichsee nun umso mehr.

Wann können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?
Wenn ich mich beim Essen verschlucke und mir die Spaghetti zur Nase raushängen.

Welches Hintergrundbild ist auf Ihrem Smartphone zu sehen?
Ein Foto von der Pflanze Philodendron Hederaceum, welches ich vor drei Jahren in meiner Bar an der Langstrasse, dem Acid, geschossen habe: saftig grüne Blätter vor einer lachsfarbenen Wand.

Auf welcher Wiese schauen Sie gerne in den Himmel?
Ich mag den Nachthimmel, egal, wo. Nach meinem Feierabend in den Sternenhimmel zu schauen, gehört zu meinen Ritualen. Nach einer richtig strengen Arbeitsnacht ist das Wellness pur.

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?
Der wechselt konstant. Ich habe eine sehr grosse Musikaffinität und verliebe mich manchmal total in einen Track; diesen höre ich dann rauf und runter. Mein aktueller Soundtrack ist «Rainbows» von Sepalot.

Sheila Lopardos Züri-Soundtrack: «Rainbows» von Sepalot. Video: Youtube/EskapadenMusik

Mit welchem Drink beeindrucke ich mit einer einfach ausgestatteten Hausbar mein Date?
Mit einem Negroni: Drei gleiche Anteile aus Bitter, Wermuth und Gin, dazu ein wenig Eis, Orangenschale und Liebe – et voilà.

Wer oder was ist die Liebe Ihres Lebens?
Die Musik.

Auf welchen Luxus können oder wollen Sie nicht verzichten?
Auf das Privileg, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?
Der nach Sonntag bei meinen Grosseltern, von frischen «Chässtängeli», die mein Grossvater für uns gebacken hat und der Duft der klassischen Nivea-Creme meiner Grossmutter.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Früh schlafen zu gehen.


Die Winterthurerin Sheila Lopardo lebt seit acht Jahren in Zürich. Ebenso lange ist die 32-Jährige in der Gastronomie tätig. Nach mehreren Jahren hinter dem Tresen der Sport Bar, wo sie auch Mitinhaberin ist, hat Lopardo 2016 das Acid an der Langstrasse eröffnet. Seit diesem Sommer betreibt sie zudem die Nude Bar im neuen Tanzhaus. Das passt besonders gut, weil sie früher professionelle Tänzerin war.

Erstellt: 10.11.2019, 18:17 Uhr

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