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Mit 4 Promille in der Ausnüchterungszelle

Jedes Wochenende steckt die Polizei durchschnittlich 13 Personen in die erste zentrale Ausnüchterungszelle der Schweiz. Von über 360 Betrunkenen waren 50 Frauen.

Die Stadtpolizei Zürich hat im März die erste Zentrale Ausnüchterungszelle (ZAS) der Schweiz in Betrieb genommen. Sie wird rege genutzt: Seit der Eröffnung haben dort 366 Personen ihren Rausch ausgeschlafen, 50 davon waren Frauen. Der höchste gemessene Blutalkoholgehalt betrug 4,19 Promille. Im Durchschnitt wurden pro Wochenende 13 Personen im alten Zellentrakt in der Nähe des Hauptbahnhofes untergebracht und beim Ausnüchtern medizinisch überwacht.

Diese Zahlen zeigten, dass die ZAS leider notwendig sei, schreibt das Zürcher Polizeidepartement in einer Mitteilung von heute Dienstag. Der Bedarf für eine solche Einrichtung sei klar vorhanden. Die Kosten für die Ausnüchterung werden vollständig auf die Benutzer abgewälzt: Wer eine ganze Nacht lang betreut werden muss, erhält eine Rechnung über 950 Franken. Aber auch für jene, die in weniger als drei Stunden wieder munter sind, wird es teuer: Sie sind der ZAS immerhin 600 Franken schuldig. Während der einjährigen Pilotphase ist die ZAS jeweils vom Freitag um 22 Uhr bis Sonntag um 15 Uhr geöffnet.

Kanton Bern entscheidet im November

Das Zürcher Projekt hat bereits Nachahmer gefunden: Der Berner Regierungsrat entschied im März, ebenfalls eine Ausnüchterungsstelle einzurichten, um die Notaufnahmen der Spitäler zu entlasten. Auch dort sollen die Kosten den Benutzern oder deren Eltern in Rechnung gestellt werden. Im November wird der Grosse Rat des Kantons Bern das Thema behandeln und über die Einführung entscheiden.

Update folgt.

SDA/alb

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