Wo in Zürich das Parkieren teurer wird

Ab dem 1. April gilts ernst: Die neuen Parkplatz-Preise werden eingeführt. Klar ist, der Ausgang wird teurer.

Die Parkgebühren in Zürichs Hochtarifzonen werden auf den 1. April erhöht. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Die Parkgebühren in Zürichs Hochtarifzonen werden auf den 1. April erhöht. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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Am 25. September letzten Jahres haben die Stimmberechtigten die Vorlage mit 51,6 Prozent Ja gutgeheissen, ab übermorgen Samstag, 1. April, gilt es ernst: Die Parkgebühren in der Stadt Zürich steigen erstmals seit 23 Jahren. Stadtrat Richard Wolff (AL) hat gestern über die Änderungen informiert.

  • In den Hochtarifzonen in der Innenstadt und in Oerlikon kostet der Parkplatz neu 1 Franken in der ersten halben Stunde (bisher 50 Rappen). Eine Stunde kostet 3 Franken (bisher 2), für vier Stunden werden 11.50 fällig (bisher 11). In den Niedertarifgebieten gilt weiterhin eine Gebühr von 50 Rappen pro Stunde.
  • Neu sind fast alle Parkplätze in der Stadt zur selben Tageszeit gebührenpflichtig: Von 9 bis 20 Uhr müssen die Parkuhren gefüttert werden. Am Sonntag ist das Parkieren gratis. Diese zeitliche Regelung gilt auch in den Niedertarifgebieten.
  • Eine spezielle Regelung erhält das Ausgehviertel Zürich-West zwischen Hardbrücke, Escher-Wyss-Platz und Letten-Viadukt. «In diesem Hub des Nachtlebens», wie es Richard Wolff nannte, sind die Parkplätze künftig von Donnerstag 9 Uhr bis Sonntag 9 Uhr durchgehend gebührenpflichtig. Von Montag bis Mittwoch gelten die gleichen Zeiten wie in der übrigen Stadt.
  • Wer seine Parkgebühren in Euro berappt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen: Neu gilt ein Wechselkurs von 1:1. Bislang rechneten die Parkuhren mit einem Kurs von 1:1.25.
  • Bis auf weiteres braucht noch Kleingeld, wer seine Parkgebühr bezahlen will. Doch in absehbarer Zeit sollte sich das ändern. Wenn alles nach Plan läuft, dürfte Automobilisten ab nächstem Jahr die Möglichkeit offenstehen, Parkgebühren per Smartphone-App zu zahlen.

Umstellung dauert acht Wochen

Die Parkuhren werden nicht gleich am 1. April umgestellt. Denn jede muss einzeln programmiert werden, was je rund eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Die Arbeiten beginnen am kommenden Montag in der Ausgehmeile Zürich-West. Bis alle 1100 Parkuhren umprogrammiert sind, dauert es rund sechs bis acht Wochen.

Infografik: Neue Hochtarifzone Zürich-West

Welcher Tarif in dieser Übergangszeit gilt, ist jeweils an der Parkuhr ersichtlich. «Niemand wird gebüsst, wenn er ab 1. April an einer noch nicht umgestellten Parkuhr den niedrigeren Tarif zahlt», versicherte Richard Wolff gestern. «Man kann gar nichts falsch machen.»

Folgen unbekannt

Eine ganz andere Frage ist, welche Wirkung die erhöhten Parkgebühren haben. Sie gehen auf einen Vorstoss der Grünen und Grünliberalen im Stadtparlament zurück. Darin verlangten die beiden Parteien «eine lenkungswirksame und effiziente Nutzung der Parkplätze». Ob das gelingen kann, darüber mochte Wolff nicht spekulieren: «Das ist ganz schwierig zu sagen. Wenn die Gebühr pro Stunde teurer ist, kann das zur Folge haben, dass es zu mehr Wechseln und damit zu mehr Fahrten kommt. Anderseits überlegen sich vielleicht mehr Leute, ob sie das Auto nehmen oder mit Bahn, Bus, Velo oder zu Fuss kommen.»

Die Stadt rechnet dank der Umstellung mit Mehreinnahmen von rund 6 Millionen Franken. Heute bringen ihr die Parkgebühren rund 22 Millionen Franken im Jahr ein, womit sich die Parkplätze nicht kostendeckend bewirtschaften lassen. Dank der Mehreinnahmen soll die Rechnung künftig aber wieder knapp aufgehen.

Erstellt: 29.03.2017, 23:14 Uhr

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