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«Mit Umweltschutz hat das nichts zu tun, das ist reine Machtpolitik»

Um die neue Parkplatzordnung der Stadt ist ein idealistischer Streit entbrannt. Auch die Leser von Tagesanzeiger.ch diskutierten um die Frage: «Wie viel Platz sollen Velos in der Stadt erhalten?»

Mehr Veloabstellplätze in der Stadt: Daran scheiden sich die Geister.
Mehr Veloabstellplätze in der Stadt: Daran scheiden sich die Geister.
Keystone

Entsteht ein neues Haus oder wird eines stark renoviert, so müssen die Vermieter künftig eine Mindestzahl Veloabstellplätze zur Verfügung stellen. So will es mindestens die neue Parkplatzverordnung. Dagegen legten vier Stadtzürcher Verbände Rekurs beim Bezirksrat ein. Die Berichterstattung darüber löste unter den Lesern von Tagesanzeiger.ch eine heftige Debatte um die Frage aus, wem wie viel Platz zusteht.

Die zwei Leser-Fronten bestehen einerseits aus velofahrenden Stadtbewohnern, die Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr grundsätzlich befürworten. Und andererseits aus Autofahrern, die gegen die von den linken Parteien dominierte Stadt schiessen. Zu letzteren zählt Stephan Egglauf, der die Verordnung als praxisfremd bezeichnet: «Auch das letzte Bisschen Menschenverstand blieb auf der Strecke.» Mit Spott und Ironie äussert sich Marcel Zürcher: «Seldwyla ist nicht umsonst gleich hinter Zürich.» Man solle doch gar nicht erst nach Zürich fahren, empfiehlt er, der offenbar ausserhalb von Zürich wohnt.

Gegner missachten den Volkswillen

Carlo Müller ist gar der Meinung, dass die neue Parkplatzverordnung dazu dient, Autofahrer aus der Stadt Zürich zu vertreiben: «So rücken links-grüne Velofreaks nach. Ein weiterer Schritt, um die links-grüne Wählermehrheit langfristig zu sichern. Mit Umweltschutz hat das nichts zu tun, das ist reine Machtpolitik», sagt er. Und er dürfte sich durch folgenden Kommentar aus dem gegnerischen Lager bestätigt fühlen.

Andreas Müller pocht nämlich darauf, dass die Zürcher Stimmbevölkerung in diesen Fragen bereits wiederholt klar Position bezogen hat: «Die Zürcher wollen ein grüneres Zürich, dazu gehören Veloabstellplätze. Und zwar viele!» In den Argumenten der Gegner sieht er deshalb eine Missachtung des Volkswillen. Auch Laurin Illg findet, dass es dringend mehr Platz braucht, um Velos abzustellen: «Als Stadtzürcher stelle ich fest, dass es bei uns im Quartier und in der City an Velo-Parkplätzen mangelt. Aber nicht an Auto-Einstellplätzen, da stehen bei uns einige leer.»

Und Andreas Burger schliesslich möchte den Autos ebenfalls nicht mehr Raum zugestehen: «Platz ist eines der wertvollsten Güter in der Stadt, den dürfen wir nicht derart unproduktiv vergeuden wie für Parkplätze.»

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