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Muss nach Manor auch Franz Carl Weber raus?

Der Mietvertrag des Spielwarenladens an der Bahnhofstrasse läuft aus. Dadurch könnte Zürichs Einkaufsmeile ein weiteres Traditionsgeschäft verlieren.

Erst Besitzer, dann Vermieter: Unternehmer Philippe Gaydoul in der Zürcher Franz-Carl-Weber-Filiale (Archivbild).
Erst Besitzer, dann Vermieter: Unternehmer Philippe Gaydoul in der Zürcher Franz-Carl-Weber-Filiale (Archivbild).

Seit 1890 schlagen an der Zürcher Bahnhofstrasse 62 Kinderherzen höher. So lange existiert dort das 1881 gegründete Spielwarengeschäft Franz Carl Weber. Die Spielwarenkette preist die Filiale auf ihrer Website als «das schönste Spielwarenparadies der Schweiz». Nun herrscht aber offenbar Ärger im Paradies. Ende 2016 läuft der Mietvertrag von Franz Carl Weber aus. Vermieter ist der Unternehmer Philippe Gaydoul. Gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» bestätigt er, dass der Kontrakt per Ende 2016 endet, will aber wegen der laufenden Verhandlungen keine Stellung nehmen.

Der Grossvater des Unternehmers hatte die Franz-Carl-Weber-Gruppe 1984 erstanden – mitsamt ihren Liegenschaften. Sein Enkel veräusserte vor neun Jahren die Geschäfte, behielt aber die Liegenschaften. Die Läden gingen damals an die Ludendo-Gruppe aus Frankreich. Seither entrichten die Besitzer Gaydoul einen vergleichsweise tiefen Mietzins, wie die NZZ aus gut unterrichteten Kreisen wissen will. Was dies in Zahlen bedeutet, ist nicht bekannt.

Mietzins von 7,5 Millionen Franken denkbar

Franz Carl Weber belegt in der Liegenschaft eine Fläche von rund 2500 Quadratmetern auf vier Geschossen. Würde Gaydoul ab 2017 auf einem marktüblichen Preis für die Räumlichkeiten bestehen, könnte er jährlich pro Quadratmeter an die 3000 Franken verlangen. Der Mietzins würde damit rund 7,5 Millionen Franken betragen. Ein Betrag, welchen der Spielwarenhändler kaum aus den lokalen Einnahmen bestreiten dürfte. Wie hoch die Einnahmen von Franz Carl Weber in der Hauptfiliale sind, ist unbekannt.

Laut der französischen Zeitung «Le Figaro» setzt Ludendo in 500 Spielwarenläden weltweit 750 Millionen Euro um. Denkbar ist also, dass die französische Eigentümerin ihr Aushängeschild am prestigeträchtigen Standort quersubventioniert.

Der Fall erinnert an den Konflikt zwischen dem Lebensversicherer Swiss Life und dem Warenhaus Manor. Seit eineinhalb Jahren liegen sich die beiden in den Haaren, weil Swiss Life die Miete für die Räumlichkeiten an der Bahnhofstrase verdreifachen will. Dagegen wehrt sich mit Manor nicht nur eine Interessengemeinschaft, sondern auch der Zürcher Heimatschutz.

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