Warten bis 2028? So geht es mit dem Stadion weiter

Rekurse, Gerichte, Parlament und Stadtrat: Hier liegen noch Stolpersteine für die neue Zürcher Fussball-Arena.

So würde es auf dem Hardturmareal dereinst aussehen. Visualisierung: Nightnurse Images, Zürich

So würde es auf dem Hardturmareal dereinst aussehen. Visualisierung: Nightnurse Images, Zürich

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Die grösste Hürde für die Stadionfans ist geschafft. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben ihr Okay gegeben. Doch nun könnten Geplänkel und juristische Händel den Bau verzögern und gegebenenfalls gar verhindern.

Als Erstes wird nun der Stadtrat die Weisung für den Gestaltungsplan des Hardturmareals an den Gemeinderat weiterleiten. Das dürfte im ersten Quartal des nächsten Jahres der Fall sein. Je nach Schnelligkeit der Parlamentskommission – voraussichtlich jener für Stadtentwicklung – könnte der Plan in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 ins Parlament kommen.

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Für einen Moment wird das Spiel gegen St. Gallen zur Nebensache. Video: Tamedia

Dort könnte es zum grossen Stopp kommen. Denn bei einem Nein zum Gestaltungsplan gehts einfach nicht weiter. Aber obwohl eine politische Mehrheit im Gemeinderat gegen das Stadion ist, dürfte er den Plan gutheissen – das Volk hat ja entschieden. Beim Eishockeystadion gab es vor der Abstimmung auch Opposition, der Gestaltungsplan wurde danach aber im Parlament einstimmig überwiesen.

Möglich wäre allerdings ein Referendum gegen den Gestaltungsplan. Dieses würde kaum von politischen Parteien lanciert, aber allenfalls von privaten Gegnern. Die Verzögerung: rund sechs Monate.

Vier bis sechs Jahre vor Gericht

Aber auch ohne Referendum können die Bauleute der Firma HRS voraussichtlich nicht sofort die Bagger auffahren lassen. Es sind Rekurse möglich. Diese sind angekündigt aus bürgerlichen Kreisen in Höngg, welche vor allem die beiden Wohntürme ins Visier genommen haben, die ihnen die Sicht auf den Uetliberg trüben. Ein solcher Rekurs ginge ans Baurekursgericht. Die nächsten Instanzen sind das kantonale Verwaltungsgericht und das Bundesgericht. Das kann zwei bis gar vier Jahre dauern. Wir schreiben also ungefähr das Jahr 2022 oder 2023.

Doch auch wenn die Gerichte den Bauherren recht geben, ist der Mist nicht geführt. Kurz nach Inkrafttreten des Gestaltungsplans ist wieder der Stadtrat am Zug mit der Baubewilligung. Auch diese kann durch drei gerichtliche Instanzen gezogen werden. Wieder kann es zwei bis drei oder gar vier Jahre dauern. Es kann also 2025 oder 2026 werden.

Setzen sich die Stadionbauer vor Gericht durch, kann mit der Altlastensanierung auf dem Hardturmareal begonnen werden. Und mit dem Bau der Arena. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre. Im schlechtesten Fall erfolgt der erste Anpfiff etwa im Jahr 2028 oder gar noch später.

Erstellt: 25.11.2018, 16:11 Uhr

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