Nach zehn Jahren: freie Fahrt fürs Velo

Bei der SZU-Station Triemli kam es immer wieder zu heiklen Situationen, weil Biker das Fahrverbot missachtet haben. Nun kommt das Verbot weg.

Noch gilt hier ein Fahrverbot: Der Marie-Heim-Vögtlin-Weg im Triemliquartier im Kreis 3

Noch gilt hier ein Fahrverbot: Der Marie-Heim-Vögtlin-Weg im Triemliquartier im Kreis 3 Bild: Urs Jaudas

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Es ist eine kleine Strecke in der Stadt, aber eine grosse Verbesserung für Biker und Fussgänger: Zwischen den Haltestellen «Triemli» – also dort, wo der Biketrail vom Uetliberg herab endet – und «Schweighof» der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) plant das Zürcher Tiefbauamt einen neuen Veloweg.

Schon vor zehn Jahren forderte Max Kurzen, Präsident des Quartiervereins Triemli, eine gesonderte Radspur für den Marie-Heim-Vögtlin-Weg, der entlang der Geleise führt. Denn obschon auf dem Weg ein Fahrverbot gilt, haben Biker diese Abkürzung in Richtung Stadt befahren. Eine heikle Sache, weil der Weg direkt vor Spital und Maternité oft von Betagten, Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, aber auch von Kindern genutzt wird.

Klare Trennung dank Bodenmarkierung

Die Stadt Zürich stellte bereits vor einigen Jahren Hinweistafeln auf und führte Kontrollen durch, um die Missachtung des Fahrverbots zu verhindern. Trotzdem sind die Velos teils mit sehr hoher Geschwindigkeit den Weg hinab gerollt. «In der Bike-Szene ist bekannt, dass die Polizei die Strecke regelmässig kontrolliert und Bussen verteilt. Viele sind aber lieber das Risiko einer Busse eingegangen, als auf die stark befahrene Strasse zu wechseln», sagt Tobias Maurer, Vorstandsmitglied des Vereins Züritrail und zuständig für den Trailbau am Uetliberg.

Nun soll der gesamte Abschnitt zwischen dem Hohensteinweg und der Paul-Clairmont-Strasse in einen Rad- und einen Fussweg aufgeteilt werden. Bei der Haltestelle Triemli wird der Marie-Heim-Vögtlin-Weg zudem verbreitert. Die Stadt erhofft sich von dieser Entflechtung eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Weg.

Runterrollen trotz Fahrverbot: Ein Velofahrer auf dem Marie-Heim-Vögtlin-Weg beim Triemlispital (Bild: Urs Jaudas)

Um dies Trennung besser erkennbar zu machen, setzt das Tiefbauamt an verschiedenen Stellen Bodenmarkierungen ein und trennt die Wege mit Bundsteinen. Die Wahl der Bodenbeläge sei in Zusammenarbeit mit dem Stadtspital Triemli und der Dienstabteilung Verkehr (DAV) getroffen worden, sagt Tiefbauamt-Sprecher Roger Muntwyler. Bundsteine seien auch für Gehbehinderte gut passierbar.

Warten auf die Haltestelle

Beim Verein Züritrail ist man «super happy» darüber, dass das Fahrverbot auf der Strecke aufgehoben und ein neuer Veloweg entstehen wird. «Das entspricht ganz klar einem Bedürfnis. Für Velofahrer und Biker ist diese natürliche Verbindung vom Triemliquartier in die Stadt hinein klar die bessere Alternative zur Birmensdorferstrasse», sagt Maurer. Auch sei die klare Trennung von Fuss- und Veloweg die beste Methode, um für mehr Sicherheit zu sorgen – «sicher besser als Mischverkehr.»

«Für Velofahrer und Biker ist diese natürliche Verbindung vom Triemliquartier in die Stadt hinein klar die bessere Alternative zur stark befahrenen Birmensdorferstrasse.»Tobias Maurer,
Verein Züritrails

Dass es trotz des Bedarfs zehn Jahre gedauert hat, bis dieses Projekt endlich in Angriff genommen wird, hängt laut Muntwyler mit den Bauprojekten der SZU zusammen. «Wir mussten abwarten, bis die Erneuerungsarbeiten an der Haltestelle Triemli abgeschlossen waren, um zu verhindern, dass bereits umgesetzte Baumassnahmen wieder rückgängig gemacht und der neuen Station angepasst werden müssen.»

Die Umbaupläne sind ins Stocken geraten, weil die Bahngesellschaft ein ursprüngliches Projekt nochmals komplett überarbeiten und den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes anpassen musste.

Fahrverbot gilt noch

Seit November 2018 ist die neue Haltestelle fertig und an der West- und Ostseite mit rollstuhlgängigen Rampen ausgestattet, damit ein ebenerdiges Einsteigen in die Züge möglich wird. Zudem hat die SZU die Perronfläche auf drei Meter verbreitert, neu möbliert und auf einer Länge von 54 Metern überdacht. Fussgängerinnen und Fussgänger können die neue Bahnstation künftig direkt über den Fussweg erreichen, ohne zuerst den Veloweg passieren zu müssen.

Inzwischen hat auch die Planauflage für den neuen Veloweg auf dem Marie-Heim-Vögtlin-Weg begonnen. Sie dauert noch bis zum 3. Juni. Sollten keine Rekurse eingehen, wird der Radweg gemäss Muntwyler voraussichtlich im Dezember 2019 fertiggestellt sein. Baubeginn sei September 2019. Wer bis dahin keine Busse riskieren will, muss runter vom Bike: Das Fahrverbot gilt noch bis zur Neumarkierung des Weges. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.05.2019, 11:47 Uhr

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