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Nachwuchs bei den Löwenäffchen im Zoo Zürich

Im Exotarium des Zoos Zürich gibt es goldgelbe Wollbällchen und schillernde Schmuckstücke zu entdecken.

Nachwuchs: Vor zwei Wochen wurden bei den Goldgelben Löwenäffchen zwei Junge geboren.
Nachwuchs: Vor zwei Wochen wurden bei den Goldgelben Löwenäffchen zwei Junge geboren.
Fabienne Andreoli
Klammeräffchen: Sie reiten auf dem Rücken des Vaters.
Klammeräffchen: Sie reiten auf dem Rücken des Vaters.
Fabienne Andreoli
Kubafink: Er wiegt nur gerade so viel wie zwei Würfelzucker und ist damit der kleinste Vogel im Tierbestand des Zürcher Zoos.
Kubafink: Er wiegt nur gerade so viel wie zwei Würfelzucker und ist damit der kleinste Vogel im Tierbestand des Zürcher Zoos.
Zoo Zürich (Enzo Franchini)
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Schon die Eltern sind mit ihrem goldgelben, flauschigen Fell hübsch anzuschauen. Und die zwei jungen Goldgelben Löwenäffchen, die am 5. Februar im Zoo Zürich geboren wurden, sind Zucker! Wenn man sie denn entdeckt.

Eng angeschmiegt, reiten sie auf dem Rücken der Mutter – denkt man spontan. Falsch: Es ist meist der Vater, welcher die Kleinen herumträgt. Manchmal springen auch die älteren Geschwister als Sherpa ein. Sie entlasten so die Mutter, welche eine strapaziöse Tragzeit hinter sich hat, weil die Jungen bei der Geburt verhältnismässig gross sind.

Kurz vor dem Aussterben

Die Kleinen sind wahre Klammeräffchen. Sie kommen keinen Moment ins Wanken, während der Vater von Ast zu Ast springt und im Gehege herumturnt. Irgendwann wird es aber der Mutter zu bunt. Sie streift die Kleinen ab und nimmt sie sich zur Brust. Fertig mit Vater-Kind-Turnen. Jetzt wird getrunken.

Die Goldgelben Löwenäffchen standen in den 1970er-Jahren vor dem Aussterben. Ihr Lebensraum in den Regenwäldern von Brasilien wurde immer mehr zerstückelt, ihr hübsches Aussehen machte sie zu begehrten Zielen von Wilderern. 1975 wurden nur noch gerade 100 bis 200 frei lebende Tiere gezählt.

Erfolgreiche Wiederansiedlung

Daraufhin wurde eine grosse und international koordinierte Rettungsaktion gestartet. Sie gehört laut Zoodirektor Alex Rübel zu einem der erfolgreichsten Wiederansiedlungsprogramme der Zoogemeinschaft. Zwischen 1984 und 2000 wurden 146 in Zoos geborene Löwenäffchen nach einem Freilandtraining ausgewildert.

Das « Klammeräffchen» ist zwei Wochen alt. Video: Zoo Zürich

Zudem wurden und werden ihre fragmentierten Lebensräume wo möglich durch Waldkorridore verbunden. Die Bemühungen zeigen Wirkung: Eine 2014 durchgeführte Zählung ergab einen frei lebenden Bestand von 3200 Tieren, verteilt auf vier Waldbereiche. Mehr als ein Drittel davon sind Nachkommen von in Zoos geborenen Goldenen Löwenäffchen.

Mit dem jüngsten Nachwuchs im Zoo Zürich zählt der Bestand nun elf Tiere. Damit ist laut Zookurator Robert Zingg die Kapazität bald ausgeschöpft. «Es ist zu erwarten, dass das eine oder andere Jungtier den Wanderstab ergreifen wird.» Dies wird im Rahmen des Europäischen Zuchtprogramms erfolgen, dem sechzig Institutionen mit 223 Tieren angeschlossen sind.

Schillernde Gesellen

Zookurator Robert Zingg bezeichnete heute Morgen bei einem Medienrundgang das Exotarium gleich beim Eingang des Zoos Zürich als «Hotspot der Biodiversität». Dort leben Vertreter aller fünf grossen Wirbeltierarten und Wirbellose unter einem Dach. Allerdings laufen viele Zoobesucherinnen und Zoobesucher an manchen oft achtlos vorbei, denn viele sind nicht auf Anhieb zu entdecken.

Dazu gehören verschiedene Vogelarten, die geduldiges Verweilen vor den Volieren durch schillernde Farben belohnen. Verhältnismässig leicht zu entdecken sind die Männchen des Türkisvogels, dessen Prachtkleid violettbläulich und türkis schimmert. Das Weibchen dagegen entdeckt man im grünen Blätterwald kaum – es ist nahezu perfekt getarnt.

Der Kleinste und der Hüpfende

Den Kubafinken entdeckt man aufgrund seines gelben Halsbandes – oder wenn er singt. Die Paare markieren ihr Territorium durch ein charakteristisches Duett, das durchaus auch zum Kampflied mutieren kann, wenn ein fremder Vogel sich nähert. Der Kubafink ist nur gerade so schwer wie zwei Würfelzucker und damit der kleinste Vogel im Bestand des Zoos Zürich.

Das Männchen der Jacariniammer ist in der Balz besonders gut zu entdecken. Dann hüpft es in schneller Folge wie ein Gummiball aus dem Sitz auf, flattert mehrfach und landet wieder und springt gleich wieder hoch. Die Jacariniammern gelten wie die meisten Singvögel als monogam. Seitensprünge sind allerdings nicht selten.

Dann wäre da noch der Ultramarinbischof, der zur Familie der Kardinäle gehört. Das Zürcher Exemplar ist mit seinen zwanzig Jahren ein Greis für seine Art. Und das, obwohl er strub ins Leben startete. Er wurde 1999 am Flughafen Brüssel mit unzähligen anderen, teilweise verendeten Vögeln in einer von vier Sporttaschen entdeckt, die ein Wilderer ins Land schmuggeln wollte. Da der Zoo Antwerpen nicht alle Tiere aufnehmen konnte, halfen umliegende Zoos aus.

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