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Naegeli umgarnt den neuen Baudirektor

Der Street-Art-Künstler Harald Naegeli setzt viel Hoffnung in den grünen Regierungsrat Martin Neukom. Und er hat eine dringende Bitte an ihn.

Unverkennbar: Eine der Totentanz-Figuren des Graffitipioniers Harald Naegeli im Zürcher Grossmünster.
Unverkennbar: Eine der Totentanz-Figuren des Graffitipioniers Harald Naegeli im Zürcher Grossmünster.
zvg
Über zehn Jahre hat Naegeli dafür gekämpft, an diesem Ort Wandbilder zu gestalten.
Über zehn Jahre hat Naegeli dafür gekämpft, an diesem Ort Wandbilder zu gestalten.
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Kunst im Grossmünster, Zürich: Wandgemälde «Der Totentanz» von Sprayer Harald Neageli in den Grossmünstertürmen. Bild: Enzo Lopardo.
Kunst im Grossmünster, Zürich: Wandgemälde «Der Totentanz» von Sprayer Harald Neageli in den Grossmünstertürmen. Bild: Enzo Lopardo.
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Keine Zeit verlieren und Präsenz markieren, um doch noch zum Ziel zu kommen. Das scheint sich Harald Naegeli vorgenommen zu haben. Noch keine zwei Wochen ist der Grüne Martin Neukom als kantonaler Baudirektor im Amt, schon hat er elektronische Post vom Zürcher Street-Art-Künstler erhalten. Inhalt: Gratulationen und eine dringende Bitte.

Harald Naegeli geht es um den «Totentanz» im Grossmünster, seinen lang gehegten Traum. Dieses mehrteilige Wandbild aus Strichmännchen und -frauen im Turmgebäude hat der 79-Jährige Ende 2018 angefangen, durfte es aber nicht beenden. Naegeli hatte sich nicht an die vereinbarten Regeln gehalten, worauf der ehemalige Baudirektor Markus Kägi (SVP) ihn aufforderte, die Arbeiten zu sistieren. Kägi drohte ihm gar, das gesamte Kunstwerk zu entfernen, halte er sich nicht daran.

Deshalb hofft Naegeli nun auf den Neuling und darauf, dass er seine «Visionen nicht begrenzt». Neukom möge seinen bislang geschaffenen Totentanz doch bald einmal besuchen und ein souveränes O. K. ohne überflüssige formale Hindernisse erteilen, schreibt er in einem Rundschreiben.

Gesundheitlich angeschlagen

Aus Naegelis Zeilen spricht auch eine gewisse gesundheitliche Dringlichkeit. Naegeli schreibt in seiner Mail von seiner eigenen Gebrechlichkeit, der fortschreitenden Krankheit und dem Zerfall des eigenen Körpers. Anfang Jahr war er schon nicht sicher, wie seine körperliche Verfassung im Mai sein werde. «Es ist fraglich, ob ich dann noch lebe!», liess er sich zitieren.

Die Idee, der Grossmünsterkirche mit dem Totentanz ein politisches und kulturelles Denkmal zu stiften, hatte Naegeli der Kirchgemeinde bereits 2006 unterbreitet. Christoph Siegrist, Pfarrer am Grossmünster, war es auch, der Anfang Jahr zwischen Naegeli und dem ehemaligen Baudirektor zu vermitteln versucht hatte. Nach dem Gespräch zeigte sich Naegeli wenig motiviert, sein Werk überhaupt noch beenden zu wollen.

Geerbtes Geschäft

Die Baudirektion bestätigt den Eingang der Mail. Es sei eines der Geschäfte, die Martin Neukom von seinem Vorgänger geerbt habe, sagt Sprecher Dominik Bonderer. «Mehr kann ich derzeit dazu aber nicht sagen.»

Martin Neukom wird sich zu einem späteren Zeitpunkt zum Totentanz äussern.

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