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Naturschützer blitzen ab – Weg frei für «Kino am Berg»

Die Open-Air-Grossveranstaltung auf dem Uetliberg darf stattfinden. Giusep Fry kann aber nur kurz aufatmen.

Hotel Uto Kulm auf dem Uetliberg: Hier findet erstmals das Virtual-Reality-Kinospektakel von Mitte Juli bis Mitte August statt.
Hotel Uto Kulm auf dem Uetliberg: Hier findet erstmals das Virtual-Reality-Kinospektakel von Mitte Juli bis Mitte August statt.
Urs Jaudas

Zwei Wochen dauert es noch, bis auf dem Uetliberg erstmals das Virtual-Reality (VR)-Kinospektakel stattfindet. Kaum war der Open-Air-Event angekündigt worden, liefen die Naturschützer Sturm und protestierten gegen die Veranstaltung.

Der Verein Pro Uetliberg ist skeptisch, ob sich ein solcher Kinobetrieb auf dem Zürcher Hausberg mit den Zielen des Naturschutzes vereinbaren lässt. Auch wenn keine Leinwand für die Filmvorführung nötig ist, würden doch bis in die Nacht hinein durch die Besucher selbst und die Nutzung des Areals Lärm- und Lichtemissionen verursacht. Deshalb verlangte der Verein von der Gemeinde Stallikon, ein baurechtliches Bewilligungsverfahren durchzuführen und die Bewilligungspflicht einer solchen Veranstaltung zu prüfen.

Die Stalliker Bau- und Planungskommission hat dies nun geprüft und kommt zum Schluss, dass bei «Kino am Berg VR» nicht mehr Immissionen ersichtlich seien, als wenn sich die Besucher an den Tischen des Hotels Uto Kulm verpflegen würden. Die Kommission schliesst daraus, dass kein Bewilligungsverfahren nötig ist, und lehnt deshalb die Einsprache des Vereins Pro Uetliberg ab. Die einzige Änderung: Die Gäste müssen den Film an einem Tisch anschauen, die Drehstühle dürfen nicht frei herumstehen.

Auf einen Gerichtsentscheid verzichtet

Margrith Gysel, Präsidentin des Vereins Pro Uetliberg, ist über den Entscheid enttäuscht: «Natürlich sind wir mit dem Beschluss nicht einverstanden. Wir gehen aber davon aus, dass ‹Kino am Berg VR› für dieses Jahr nicht mehr zu stoppen ist.» Man habe beschlossen, im Moment nicht auf einen Gerichtsentscheid zu pochen. «Es geht uns nun vielmehr darum, rechtzeitig die Weichen für künftige Veranstaltungen dieser Art zu stellen», sagt Gysel.

Der Verein fordert in einem Brief den Stalliker Gemeinderat auf, nach der Veranstaltung eine Auswertung vorzunehmen, welche die Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und die Übereinstimmung mit dem Gestaltungsplan analysiert und festhält. Weiter sei darauf hinzuwirken, dass diese Kino-am-Berg-Veranstaltung an das Jahreskontingent auf den Terrassen des Hotels Uto Kulm (vier Veranstaltungen) angerechnet wird. «Wir werden die Entwicklung genau verfolgen. Das Thema ‹Kino am Berg VR› ist für uns so bald nicht abgehakt.»

Alle Vorschriften eingehalten

Genugtuung herrscht bei den Veranstaltern darüber, dass die Einsprache abgelehnt wurde. Uto-Kulm-Sprecher Benjamin Styger: «Wir sind stets davon ausgegangen, dass wir bei diesem Anlass alle Vorschriften der Behörden einhalten.» Es sei an der Zeit, so Styger, dass auch der Verein Pro Uetliberg mit seiner latenten Uto-Kulm-Paranoia einsehe, dass sich gewisse Dinge auf dem Uetliberg geändert hätten. «Wie man sieht, ernten wir nun die ersten Früchte dieses neuen Kurses.»

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