Neuer Anlauf für die Zürcher Zoo-Seilbahn

Die Zoo Seilbahn AG hat angepasste Pläne eingereicht. Grössere Gondeln sollen die Verbindung hoch zum Zoo zum Schweben bringen.

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Die Initianten der Zoo-Seilbahn geben nicht auf: Sie legen ein neues, überarbeitetes Projekt vor. In rund einem Monat starten die öffentlichen Auflagen des neuen Plangenehmigungs-Gesuchs sowie des dazugehörigen kantonalen Gestaltungsplans. Während den 30, respektive 60 Tagen der Auflagefrist werden auch die Seilbahnstützen und die Stationen erneut ausgesteckt. Dies teilt die Zoo Seilbahn AG mit. Die Zoo-Seilbahn soll den Zoo Zürich in Zukunft mit dem Bahnhof Stettbach verbinden.

Die Initianten haben vor rund einem Jahr beim Bundesamt für Verkehr die Vorprüfung für ein neues Plangenehmigungsgesuch für die Seilbahn eingeleitet. Parallel dazu legte sie der Baudirektion des Kantons Zürich einen neuen Gestaltungsplan zur Vorprüfung vor. Im Mai werden die beiden Gesuche nun eingereicht. Die grössten Änderung an der Seilbahn selbst: der Einsatz von kinderwagen- und behindertengerechten Zehner- statt Achtergondeln und die gestalterische Überarbeitung der Stützen und Stationen, «die sich nun optimal ins Landschaftsbild einfügen».

Das Verkehrschaos entschärfen

Die neue Eingabe enthalte ein von einem neutralen Verkehrsplaner erstelltes Verkehrsgutachten, schreibt die AG. Demnach bewirkt die direkte Verbindung zwischen dem ÖV-Knotenpunkt Stettbach und dem Zoo einen Umsteigeeffekt von privaten auf öffentliche Verkehrsmittel. Das Gutachten zeige, dass die Seilbahn «eine sinnvolle Ergänzung des ÖV-Netzes» darstelle. So hofft man, die Verkehrssituation beim Zoo vor allem an Spitzentagen zu entschärfen; viele Zoobesucher reisen heute mit dem Auto an, was regelmässig zu überfüllten Parkplätzen führt.

Video: Gondeln über dem Zürichsee

Die ZKB plant eine neue Luftseilbahn, welche die Landiwiese mit Tiefenbrunnen verbinden soll.

Mit dem Verkehrsgutachten kommt die Zooseilbahn der Forderung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich nach Ergänzungen und Präzisierungen im Bereich der Verkehrserschliessung nach. Das Gericht hatte den 2011 festgesetzten kantonalen Gestaltungsplan für die Zooseilbahn 2014 zur Ergänzung und Neubeurteilung an die Zürcher Baudirektion zurückgewiesen. Die Zoo Seilbahn AG akzeptierte das Urteil.

Nur eine Seilbahn im Richtplan

Der Kanton ist Seilbahnen gegenüber skeptisch eingestellt. Aus dem überarbeiteten Richtplan hat er vergangenen Sommer – mit Ausnahme der ZKB-Seilbahn über den See – sämtliche Projekte gestrichen. Im Bezug auf die Zoo-Seilbahn vertrat das Amt für Raumentwicklung die Meinung, dass die Stadt nicht nachgewiesen habe, dass an den betreffenden Orten überhaupt eine Nachfrage besteht.

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Die sei zentral, «weil eine Seilbahn ein erheblicher Eingriff in die Landschaft ist». Ein solcher rechtfertigt sich nur, wo ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht. Man müsse darlegen können, dass der Verkehr substanziell entlastet würde. Damals argumentierte der Kanton mit dem Beispiel Zoo-Seilbahn. Diese komme nur schleppend vorankommt, weil das Verwaltungsgericht nicht überzeugt war, dass die Autofahrten tatsächlich zurückgehen würden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.04.2018, 09:55 Uhr

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