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Neues Bundeszentrum für Asylsuchende in Zürich

Die Stadt Zürich errichtet auf dem Duttweiler-Areal eine Asylunterkunft für 360 Personen. Der Bund will sie während 15 Jahren betreiben.

Der Bund und die Stadt Zürich haben sich geeinigt. Auf dem Duttweiler-Areal soll ein neues Asyl-Verfahrenszentrum entstehen. Vergangene Woche haben die Stadt Zürich, das Staatssekretariat für Migration (SEM) sowie das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, wie die Stadt Zürich heute Dienstag mitteilt.

Die Unterkunft soll Platz für 360 Asylsuchende bieten. Das Bundeszentrum wird die bestehenden Unterkünfte im Zentrum Juch voraussichtlich gegen 2020 ablösen und soll vorerst für 15 Jahre in Betrieb stehen, schreibt die Stadt. Es bestehen die Option, den Mietvertrag um maximal 10 Jahre zu verlängern. Die Stadt Zürich richtet das Zentrum ein und der Bund wird dieses mieten. Die AOZ (Asyl-Organisation Zürich) ist für die Betreuung der Asylsuchenden vorgesehen.

Vor zwei Jahren wollte die Stadt Zürich den Testbetrieb bereits am Standort Duttweiler-Brücke einrichten. Das Projekt scheiterte allerdings. Quartierbewohner leisteten starken Widerstand. Nach Ansicht von Stadtrat Raphael Golta (SP) war damals vor der Faktor Zeit entscheidend: «Für das Testzentrum brauchten wir sehr schnell Räume. Das war damals in der kurzen Frist auf dem Duttweiler-Areal nicht machbar.»

870 Plätze in der Region Zürich

Die Asylverfahren wird das SEM weiterhin am nahegelegenen Standort des heutigen Testbetriebs für beschleunigte Asylverfahren an der Förrlibuckstrasse durchführen. Im Zuge der Neustrukturierung des Asylbereichs sollen in der Asylverfahrensregion Zürich insgesamt 870 Unterkunftsplätze entstehen. Wo die übrigen Zentren entstehen, ist noch offen. Die Planung komme gut voran, Resultate würden allerdings erst mitgeteilt, wenn diese vorlägen, sagte Regierungsrat Mario Fehr (SP) anlässlich der Pressekonferenz.

Im März 2014 einigten sich Bund, Kantone und Gemeinden an einer nationalen Asylkonferenz einstimmig darauf, dass in sechs Regionen insgesamt 5000 Plätze für Asylsuchende in Bundeszentren zu schaffen. Dies führe zu einer Entlastung der bisherigen kantonalen und kommunalen Unterbringungsstrukturen, heisst es in der Mitteilung. Die Verteilung der Plätze erfolgt entsprechend der Bevölkerungsgrösse. Die Neustrukturierung soll Asylverfahren beschleunigen wobei sie künftig merheitlich in Zentren des Bundes durchgeführt werden.

Als nächstes muss der Gemeinderat über die Vorlage zum neuen Bundeszentrum entscheiden. Das letzte Wort hat die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich - voraussichtlich in den Jahren 2018 oder 2019. Über die Chancen mag Raphael Golta nicht spekulieren: «Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. Ich mache mir nicht auf Vorrat Sorgen über die Volksabstimmung und den Gemeinderat.»

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