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Gnadenfrist für Bewohner einer geschichtsträchtigen Zürcher Villa

Elf Personen können weiterhin zu einem günstigen Mietzins in der Villa Winkelwiese wohnen.

Derzeit wohnt eine Wohngemeinschaft mit elf Personen im Haus, zu einem günstigen Mietzins. Foto: Keystone
Derzeit wohnt eine Wohngemeinschaft mit elf Personen im Haus, zu einem günstigen Mietzins. Foto: Keystone

Sie thront an bester Lage mitten in Zürich: die Villa Winkelwiese, ein Wohnhaus mit Park auf einem städtischen Grundstück in der Nähe des Kunsthauses. Die Stadt hatte die Villa, in der einst Stadtpräsident «Stapi» Emil Landolt (1895–1995) wohnte, 2005 im Baurecht an einen Unternehmer abgegeben. Dieser plante einen Neubau, was zu heftigen Kontroversen führte. 2008 sagten die Stimmberechtigten knapp Ja zum Villenprojekt.

Entscheid bis Ende Jahr

Im Juni 2016 dann die Wende: Der Baurechtnehmer gab bekannt, dass er ins Ausland ziehen werde und auf den Bau der neuen Villa verzichte. Das Areal fiel wieder an die Stadt zurück. Seither brütet diese darüber, was auf dem attraktiven Grundstück passieren soll.

Die Villa und das Gartenhaus sind seit vielen Jahren vermietet; derzeit wohnt eine Wohngemeinschaft mit elf Personen dort, zu einem günstigen Mietzins. Wegen der Abklärungen über die künftige Nutzung des Areals verlängerte die Stadt vor drei Jahren die Mietverhältnisse bis zum 30. September dieses Jahres. Weil ein Entscheid aber weiter aussteht, gewährt die Stadt der WG nochmals einen Aufschub: «Der Mietvertrag wurde bis 30. September 2021 verlängert», sagt Kuno Gurtner, Sprecher von Liegenschaften Stadt Zürich im Finanzdepartement von Daniel Leupi (Grüne).

Park künftig öffentlich?

Laut Gurtner prüfte das Amt für Hochbauten in einer Machbarkeitsstudie die Varianten Instandsetzung, Umbau und Ersatzneubau, und zwar für die Nutzungsszenarien Wohngemeinschaft oder Geschosswohnungen. In die Überlegungen einbezogen wurde auch die Frage, ob und wie der Park für die Bevölkerung geöffnet werden könnte. Die Machbarkeitsstudie liegt seit Ende Februar vor. «Mit einem strategischen Entscheid über die künftige Nutzung von Villa und Park ist bis Ende dieses Jahres zu rechnen», so Gurtner. Eine Abgabe im Baurecht stehe zurzeit nicht zur Diskussion. Auch ein Verkauf der Villa an den Meistbietenden, wie ihn die SVP forderte, ist keine Option: Einen solchen lehnte der Gemeinderat bereits 2017 ab.

Die Winkelwiese-Bewohner sind über die erneute Mietverlängerung «nicht unglücklich», wie Jonas Thiel sagt, der seit mehr als 20 Jahren dort wohnt. Die Stimmung unter den Villa-Bewohnerinnen und -Bewohnern sei derzeit sehr gut. Zudem werde die Villa von Personen ganz unterschiedlichen Alters bewohnt und damit optimal genutzt. Dies sei wohl auch der Grund, dass sich die Stadt mit dem Entscheid über die künftige Nutzung des Areals Zeit lasse. Thiel kann sich gut vorstellen, dass die Villa auch künftig für Wohngemeinschaften genutzt wird oder als Mehrgenerationenhaus. Ob die jetzigen ­Bewohner bleiben können, stehe allerdings in den Sternen.

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