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Normalerweise verboten, an einem Tag erlaubt

4500 Schwimmverrückte kommen morgen zum 54. Zürcher Limmatschwimmen. Zehn Fragen und Antworten zum Event.

Der Sprung in den Fluss: Petrus ist in Zürich für einmal nicht der Spielverderber. (27. August 2016)
Der Sprung in den Fluss: Petrus ist in Zürich für einmal nicht der Spielverderber. (27. August 2016)
Ennio Leanza, Keystone
Gemäss den Organisatoren machen 4500 Menschen am samstäglichen Limmatschwimmen mit.
Gemäss den Organisatoren machen 4500 Menschen am samstäglichen Limmatschwimmen mit.
Ennio Leanza, Keystone
Auch die Zaungäste in der Zürcher Innenstadt haben am Anlass, der seit Kriegsende 1945 durchgeführt wird, Freude.
Auch die Zaungäste in der Zürcher Innenstadt haben am Anlass, der seit Kriegsende 1945 durchgeführt wird, Freude.
Ennio Leanza, Keystone
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Wer darf mitmachen?

Es wollen immer viel mehr mitmachen als dürfen. Total standen auch dieses Jahr rund 4500 Tickets zum Verkauf. Und diese waren auf der Website des Limmatschwimmens oder bei diversen Vorverkaufsstellen im Nu ausverkauft.

Weshalb ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt?

Dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist, hat mit Sicherheitsüberlegungen zu tun. So müssen sich die Schwimmer und die Boote, welche die Kleider transportieren, kreuzen können. Solange es diese Kleidertransporte gibt, bleibt laut Organisatoren die Teilnehmerzahl begrenzt.

Wo führt die Strecke durch?

Beim Limmatschwimmen ist für einmal das erlaubt, was sonst verboten ist: in die Limmat springen und sich mitten durch die Stadt hinuntertreiben lassen. Die zwei Kilometer lange Schwimmstrecke führt von der Frauenbadi am Stadthausquai bis ins Flussbad Oberer Letten. Dabei können Schwimmfans für einmal unter der Münster-, der Rathaus- und der Bahnhofbrücke hindurchschwimmen – vorbei an den erstaunten Blicken der Touristen.

Die Strecke führt durch die Innenstadt.
Die Strecke führt durch die Innenstadt.

Seit wann findet das Limmatschwimmen statt?

Seit 1945. Zu Beginn war das Limmatschwimmen allerdings in erster Linie eine vereinsinterne Angelegenheit, zwischendurch erlahmte das Interesse an der Veranstaltung sogar ganz. Im Lauf der 1980er-Jahre entwickelte sich der Anlass zum «Volksschwimmen», und die Teilnehmerzahl stieg Jahr für Jahr stetig an. In den vergangenen Jahren entwickelte sich um den Anlass ein regelrechter Hype.

Schwimmen auch Promis mit?

Jawohl, zumindest Politprominenz hat sich schon tollkühn in die Fluten gestürzt. 2016 beispielsweise FDP-Regierungsrat Thomas Heiniger und der SVP-Gemeinderatspräsident Roger Bartholdi.

Spass oder Bierernst?

Klar gibt es die Schwimmverrückten, die möglichst einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wollen. Aber für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht es beim gemütlichen Schwumm im Fluss nicht um die Geschwindigkeit, sondern um den Plausch und das Vergnügen.

Welche Voraussetzungen müssen für den Schwumm erfüllt sein?

Damit das Limmatschwimmen überhaupt stattfinden kann, darf die Wassertemperatur nicht unter 21 Grad sinken. Die Abflussmenge der Limmat darf nicht grösser als 120 Kubikmeter Wasser pro Sekunde sein. Beide Bedingungen sind morgen Samstag gegeben.

Weshalb floriert der Schwarzmarkt mit den Tickets?

Weil die Tickets jeweils innert Minuten ausverkauft sind, gibt es auch einen Schwarzmarkthandel, sehr zum Ärger der Organisatoren. Vor allem 2017 war dies ein leidiges Thema. Auf gewissen Onlinebörsen bezahlte man den sechsfachen Preis des regulären Tarifs von 22 Franken.

2015 wurden die Schwimmsäcke eingeführt – und ermöglichten eine neue Höchstteilnehmerzahl. Bild: Dieter Seeger
2015 wurden die Schwimmsäcke eingeführt – und ermöglichten eine neue Höchstteilnehmerzahl. Bild: Dieter Seeger

Wann kam es erstmals zur Höchstteilnehmerzahl?

2015 war dies zum ersten Mal der Fall – und zwar dank der Einführung von Schwimmsäcken, die den Zielbereich entlasteten.

Limmatschwimmen bald das ganze Jahr?

Wenn es nach den Politikern geht, dann schon. Im Zürcher Kantonsrat sowie im Gemeinderat fordern die Grünliberalen (GLP) in einem Vorstoss, das Badeverbot, welches seit 1977 in dieser Zone gilt, zu lockern. Sie wollen – ähnlich wie die Skater – einen «Monday-Afterwork-Swim» durchführen. Ob es so weit kommt, ist noch offen. Auf alle Fällen wären für eine solche Lösung bauliche Massnahmen notwendig.

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