Ein Erlebnispark für die Zürcher Landiwiese

Während der Widerstand gegen die Seilbahn über den Zürichsee wächst, treibt die ZKB ihr zweites Jubiläums-Projekt voran.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: So soll der Erlebnispark auf der Landiwiese bei der Eröffnung 2020 aussehen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: So soll der Erlebnispark auf der Landiwiese bei der Eröffnung 2020 aussehen. Bild: Visualisierung ZKB

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Neben der Seilbahn über den Zürichsee ist der Erlebnisgarten auf der Landiwiese das zweite grössere Projekt, welches sich die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum gönnt. Für diesen Park wurde diese Woche das Baugesuch eingereicht. Ab kommenden Freitag ist das Projekt auf der Landiwiese ausgesteckt. Somit sind erstmals die Dimensionen des Gartens zu sehen: Dieser erstreckt sich auf einer Fläche von 14'000 Quadratmetern, was ungefähr einem Drittel der Landiwiese entspricht.

Der Erlebnispark ist für die gesamte Bevölkerung frei zugänglich und soll von Ende Mai bis Anfang Juli 2020 während 45 Tagen geöffnet sein. Danach wird er komplett abgebaut. Die Materialien, die man wieder verwenden kann, werden recycelt und anderweitig wieder benutzt. Die gesamten Baukosten belaufen sich gemäss ZKB auf fünf Millionen Franken.

Konzertbühne und Restaurant

Im Parkinnern ist ein Gastronomie-Pavillon mit Restaurant geplant. Es soll eine Bühne geben, auf der Lesungen, Aufführungen, Konzerte und Matinees präsentiert werden. Weiter können die Besuchern in einer multimedialen Ausstellung die 150-Jahr-Geschichte der Bank in Kontext der Schweizer Wirtschafts- und Sozialgeschichte besichtigen.


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Es ist anzunehmen, dass der Erlebnispark weniger polarisieren wird als das Seilbahn-Projekt, weil er nur etwas mehr als einen Monat sichtbar sein wird. «Wir rechnen nicht mit Einsprachen», sagt ZKB-Sprecherin Johanna Doeblin. Der Quartierverein Wollishofen, in dessen Quartier der Park liegt, steht dem Projekt positiv gegenüber. «Ich habe bis jetzt kein einziges negatives Votum von unseren Mitgliedern gehört», sagt Martin Bürki, Präsident Quartierverein Wollishofen.

Monstertürme verschandeln Landschaft

Anders sieht es hingegen bei der ZKB-Seilbahn aus, die über die Blatterwiese bis in das Areal der Badi Mythenquai schweben soll. Hier werden die kritischen Stimmen immer lauter. Besonders aktiv ist die Interessengemeinschaft Pro Badi Mythenquai, welche die temporäre Seilbahn über den Zürichsee vehement ablehnt. «Wir haben in der Sommerferienzeit über 2200 Unterschriften gesammelt, unter anderem haben auch 35 Gemeinderäte unsere Petition unterschrieben», sagt Co-Präsident Stephan Lerch.

Der Verein kritisiert vor allem die 77 Meter hohen Masten, die in den Grund des Zürichsees gerammt werden, damit die Seilbahn betriebsfähig ist. «Diese Monstermasten im Wasser verschandeln die Landschaft und den Blick Richtung Bergpanorama komplett», sagt Lerch. Das Zürcher Seebecken brauche keine weiteren Attraktionen, denn es sei jetzt schon am Limit.

Die Petition der IG Pro Badi Mythenquai fand auch die Unterstützung der Quartiervereine Enge und Riesbach, die sich ebenfalls dagegen wehren, dass der öffentliche Raum beidseits des Seebeckens noch zusätzlich durch die ZKB-Seilbahn in Beschlag genommen werden soll. «Viel sinnvoller als die Verschandelung der beiden Seeufer fänden wir eine nachhaltige, ökologische und der Bevölkerung dienende Verkehrsverbindung zwischen den beiden Seeufern mittels eines solarbetriebenen Pendelschiffes», sagt Lerch.

Übergabe an Stadtpräsidentin Mauch

Was sagt die ZKB zur Petition? «Wir haben sie zur Kenntnis genommen und finden es schade, dass die Züribahn nicht nur auf Zustimmung stösst», sagt Johanna Doeblin von der ZKB. Die Bank sei bestrebt, bei der Realisierung der Seilbahn den berechtigten Anliegen der Quartierbewohner Rechnung zu tragen. Dazu pflege sie einen offenen Dialog mit allen Interessenvertretern, denn eine quartierverträgliche Umsetzung der Bahn habe hohe Priorität.

Heute Mittwochabend werden die IG-Mitglieder im Rathaus die gesammelten Unterschriften an Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) im Rathaus übergeben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.09.2018, 13:19 Uhr

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