Nur dann kostet das Tattoo noch 13 Franken

Fürchten Sie sich, oder trotzen Sie dem Tag und profitieren? Heute ist Freitag der 13. Sechs Anregungen.

Saylor-Jerry-Motiv: Im Mata Hari und im World's End Tattoo Studio gibt es Tinte unter die Haut für 13 Franken.

Saylor-Jerry-Motiv: Im Mata Hari und im World's End Tattoo Studio gibt es Tinte unter die Haut für 13 Franken. Bild: Dennis Brekke/flickr.com/CC

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Eigentlich ist es ein Datum wie jedes andere. Kein Feiertag, keine Zeitumstellung, nichts Einmaliges. Und trotzdem ist der Freitag der 13. für einige etwas Spezielles.

Den notorischen Ruf verdankt der Tag der Bibel. Die Römer kreuzigten Jesus, und Adam und Eva bissen in den verbotenen Apfel; alles an einem Freitag. Die 13 ist zudem eine teuflische Zahl, unzugänglich und mythisch. Doch was bringt der Freitag der 13. in Zürich mit sich?

Schätzen Sie ...

Letztmals fiel der 13. im Mai 2016 auf einen Freitag. Neun Monate lang konnten Abergläubische durchatmen. Doch wie oft müssen sie sich pro Jahr maximal fürchten?



Spielen Sie ...

Glückszahl 13: Das Roulette-Rad dreht auch morgen im Casino in Zürich. Bild: Nicola Pitarro

Glücksspieler sind zahlenaffin: «Ich weiss von vielen Besuchern, die ein spezielles Sensorium für Zahlen haben», sagt Marc Baumann, Direktor des Swisscasinos in Zürich. Viele hätten wohl im Hinterkopf, dass Freitag der 13. sei. Dass aber weniger Besucher kommen, sei nicht so. «Es gibt auch immer die, die sagen, dass an diesem Tag genau ihr Glückstag sei», sagt Baumann. Die Zahl 13 spiele vor allem beim Roulette eine besondere Rolle: «Es gibt einige, die erst einmal drei Runden aussetzen, wenn die 13 gefallen ist, damit sich das Pech wieder verziehen kann.» Baumann sieht darin einen Versuch, einen Sinn in den Zufall zu bringen. Glück und Unglück sind im Casino auch eine Frage der Perspektive. Haben die Spieler Glück, verliert das Casino: «Ich hoffe natürlich, dass es für uns kein schlechter Tag wird.»

Stechen Sie sich ein Tattoo ...

Die Aktion des Zürcher Tattoo-Studios World's End im Stadtkreis 3 ist etwas schmerzhaft. Für 13 Franken können sich Kurzentschlossene morgen Freitag im Studio selbst oder in der Mata Hari Bar im Kreis 5 tätowieren lassen. Das Schnäppchen hat eine Bedingung: Die Besucher können nur aus einer unveränderten, begrenzten Zahl Sailor-Jerry-Motiven auswählen.

Sailor Jerry, der mit bürgerlichem Namen Norman Keith Collins hiess, ist eine US-amerikanische Tätowierer-Legende, die 1973 verstarb. Sailor Jerry war Seemann, was sich in seinen Motiven unschwer erkennen lässt: Anker, Schwalben, Totenköpfe. Dass die Aktion um 13 Uhr startet, versteht sich von selbst.

Kaufen Sie Blumen ...

Der Newsletter von Fleurop beginnt (wenig überraschend) mit blumiger Sprache: «Man sagt, am Ende des Regenbogens findet man das Glück. Bei uns haben Sie es heute bereits gefunden.» 13 Prozent Rabatt für all jene, die am Unglückstag das «Glück weitergeben» möchten. Und wem das noch nicht Glück genug ist, der kann natürlich auch noch einen «Schoggi-Glückskäfer» kaufen.

Erinnern Sie sich ...

Der vermeintliche Retter in der Not: Am Freitag dem 13. wird Uli Forte als neuer FCZ-Trainer vorgestellt. Bild: Reto Oeschger

Im Mai 2016 fiel der 13. letztmals auf einen Freitag. Für die Anwohner der Herdernstrasse im Stadtkreis 4 war es tatsächlich ein Pechtag. Ein grosser Wasserrohrbruch flutete die Keller von mehreren Häusern und überschwemmte Strassen, wie der «Tages-Anzeiger» damals berichtete. Der Busbetrieb der Linie 31 musste teilweise unterbrochen werden, und die Störung dauerte mehrere Stunden. Das Glück im Unglück: Niemand wurde verletzt. Das Wasser sprudelte an diesem Tag aber nicht nur aus der geborstenen Leitung, sondern fiel auch in Massen vom Himmel: Der anhaltende Dauerregen war so stark, dass eine Brücke in Dübendorf gesperrt werden musste. Eine Notlösung. Das hätte auch Uli Forte für den FCZ werden sollen. Am Freitag, 13. Mai 2016, genau zehn Jahre nach dem Meistertitelgewinn gegen den FC Basel und einen Tag nach der Entlassung Sami Hyypiäs, wird er als Nothelfer für den damals Tabellenletzten vorgestellt. Glück hat es keins gebracht: Knapp zwei Wochen später stieg der FCZ in die Challenge League ab.

Gebären Sie ...

Möchten Sie einem Trend trotzen, dann gebären Sie an einem Freitag dem 13. Statistik Stadt Zürich hat die Geburtenzahlen seit 2000 analysiert, und siehe da, der Freitag der 13. fällt auf. Im Vergleich zu normalen Freitagen gibt es einen kleinen Unterschied. Durchschnittlich gibt es in Zürich an einem normalen Freitag 13,9 Geburten, an einem 13. sind es nur 11,8. Das entspricht etwa dem Niveau eines Wochenendtages. Der kleine Unterschied ist wohl auf die geplanten, datierten Geburten zurückzuführen. Bei den Todesfällen gibt es keinen Effekt, der die These des Unglückstages stützen würde. Durchschnittlich sterben auch am Freitag dem 13. rund zehn Menschen, gleich viele wie an jedem anderen Tag. Wenn der Zufall regiert, dann wird der Freitag der 13. wieder zu dem, was er eigentlich ist: ein Tag wie jeder andere. (sip)

Erstellt: 12.01.2017, 17:40 Uhr

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