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«Nur noch Modeketten können sich die Mieten leisten»

Der Kleiderladen Booster war einst Zürichs erste Adresse für Punks und Rocker. Heute verkauft er Mode für Nostalgiker und Umweltbewusste. Die Gründerfamilie blickt auf fast 40 Jahre bewegte Geschichte zurück.

Haben das Kleider- und Schuhgeschäft Booster von ihren Eltern übernommen: Marlonne (rechts) und Marina Montandon.
Haben das Kleider- und Schuhgeschäft Booster von ihren Eltern übernommen: Marlonne (rechts) und Marina Montandon.
Reto Oeschger
Seit 1974 befindet sich das Geschäft an der Stüssihofstatt im Niederdorf. «Obwohl wir nur wenig Geld hatten, bekamen wir den Zuschlag für den Standort», sagt die Besitzerfamilie.
Seit 1974 befindet sich das Geschäft an der Stüssihofstatt im Niederdorf. «Obwohl wir nur wenig Geld hatten, bekamen wir den Zuschlag für den Standort», sagt die Besitzerfamilie.
Martin Ruetschi, Keystone
ZŸrcher, darunter Patrick Wehrli (Redl von Radio 200000) grŸnden das Kleiderlabel Upper Class. Sie eršffnen einen Laden im Niederdorf.Patrick Redl Wehrli in Violet und Afshin Etesamifer in rotZŸrich, 28.8.2010
ZŸrcher, darunter Patrick Wehrli (Redl von Radio 200000) grŸnden das Kleiderlabel Upper Class. Sie eršffnen einen Laden im Niederdorf.Patrick Redl Wehrli in Violet und Afshin Etesamifer in rotZŸrich, 28.8.2010
Sabina Bobst
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Den Booster gibt es bereits seit fast 40 Jahren. Was hat Sie 1976 dazu gebracht, im Niederdorf ein Kleider- und Schuhgeschäft aufzumachen?

Pierre: Meine Frau und ich handelten damals mit alten Möbeln und ungetragenen Kleidern aus den 40er- bis 60er-Jahren. Die waren sehr gefragt in alternativen Kreisen und bei der Jugend. Es gab noch keine Secondhandläden im heutigen Stil. Wir kauften unsere Ware an Ganten oder aus alten Lagerbeständen und verkauften sie hauptsächlich auf Flohmärkten. Wir wohnten an der Spitalgasse und suchten ein Ladenlokal in der Nähe. So bewarben wir uns für das Lokal an der Stüssihofstatt, als es frei wurde. Obwohl wir nur wenig Geld hatten, bekamen wir überraschenderweise den Zuschlag. Irene:Zürich war ein Brachland, was Mode betrifft. Es gab nur biedere Herren- und Damenbekleidungsgeschäfte, aber nichts für ein jüngeres, alternatives Publikum. Wir wussten, was diese Leute wollten, denn wir waren Teil dieser Szene. Zum Beispiel waren Röhrenjeans sehr gefragt, aber überall wurden nur Schlaghosen verkauft. Das wollten wir ändern.

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