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Knabenschiessen: Riesenrad-Teile krachen beinahe auf Arbeiter

Die Chilbi am Knabenschiessen wartet dieses Jahr mit drei neuen Bahnen auf. Eine davon bricht Schweizer Rekorde – und hat beim Aufbau für einen Schock gesorgt.

Lea Blum
Das war knapp: Hier kracht ein Metallelement des Riesenrads beinahe auf einen Arbeiter. (Video: 20 Minuten/Leser-Reporter)

Es gehört zur Chilbi wie die Zuckerwatte: das Riesenrad. In diesem Jahr ist es beim Zürcher Knabenschiessen aber nicht irgendein Riesenrad, sondern das grösste mobile Riesenrad der Schweiz. Exakt 46 Meter ragt der Koloss auf dem Albisgüetli in die Höhe.

Platzmeister Heinz Büttler ist stolz auf die neue Attraktion. Und er ist zuversichtlich, dass das Rad bei den Besucherinnen und Besuchern gut ankommen wird. Bevor diese aber die Aussicht über Zürich geniessen können, muss Büttler noch mit einer Panne fertig werden. Das Rad hätte eigentlich am Donnerstagnachmittag stehen sollen. Weil sich beim Aufbau aber ein Bolzen löste, krachten zwei Metallgitter spektakulär herunter. Es wurde zum Glück niemand beim Vorfall verletzt, aber es verzögerte die Arbeiten.

Platzmeister Heinz Büttler sagt im Video, ob das Riesenrad noch sicher ist. Video: Lea Blum

Für den Aufbau sind zehn Helfer nötig. Es ist erst das zweite Mal, das dieses Rad überhaupt aufgebaut wird. «Deshalb sind die Helfer noch nicht so routiniert», sagt Büttler. «Das kaputte Metallelement wird sofort ersetzt», der Vertreter sei damit bereits hierhin unterwegs, sagte Büttler gestern Donnerstag. Ein kleiner Rückschlag, der ihn aber nicht aus der Ruhe bringt. Heute Freitag werde das Rad rechtzeitig für die Sicherheitsprüfung von TÜF und Schutz & Rettung bereit sein, ist sich Büttler sicher. Inklusive behindertengerechter Gondel und Lichtshow.

Hergestellt wurde das neue Riesenrad namens Swisswheel in Holland. Es besitzt 36 klimatisierte Gondeln und hat rund 5 Millionen Franken gekostet. Mit sieben Sattelschleppern wurde es in die Schweiz transportiert.

Der Rekordhalter im Vergleich

Der Entscheid für die neue Attraktion fiel Büttler leicht. Denn er blickt auf eine lange und gute Zusammenarbeit mit den Betreibern zurück. «Seit Jahrzehnten arbeiten wir schon mit der Familie Bourquin zusammen. Als sie von ihrem neu gebauten Riesenrad erzählten, war ich sofort einverstanden.»

Betreiber ist das Stadtzürcher Ehepaar René und Anja Bourquin. Wie mächtig das 340 Tonnen schwere Riesenrad ist, zeigt der Vergleich: Das ebenfalls von den Bourquins betriebene Rad, das bei verschiedenen Anlässen am Bürkliplatz in Zürich steht, ist 33 Meter hoch und «nur» 120 Tonnen schwer. Es ist damit etwa rund ein Drittel kleiner und leichter als der Rekordhalter, der seine Runden am diesjährigen Knabenschiessen dreht.

Im Baumstamm durchs Wasser

Eine gute Aussicht auf die Stadt ist somit garantiert. Für den besonderen Kick hat Büttler aber noch eine weitere Neuheit parat. Auf dem Chaos-Pendel kriegt man die Zentrifugalkraft regelrecht zu spüren. «Für Adrenalin-Junkies», so Büttler. Die Fahrt auf dieser Bahn führt sekundenschnell 43 Meter in die Höhe. Die Beschleunigung drückt einen mit dem Vierfachen des eigenen Körpergewichts in den Sitz.

Die dritte neue Attraktion in diesem Jahr richtet sich an die Kinder. «Für die jüngeren Besucher bieten wir neu eine Pirateninsel, auf der man in einem Baumstamm über eine Wasserbahn fährt», so Büttler.

Was man sonst noch wissen sollte

  • Das Wettschiessen: Bis am 9. September 2018 können sich 13- bis 17-Jährige aus dem Kanton Zürich online anmelden. Während des Festes ist die Anmeldung vor Ort in der Schiessanlage Albisgütli (Eingangshalle) möglich. Der Schiessbetrieb dauert am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Am Montag gibt es dann von 8 bis 10 Uhr eine letzte Chance, um Schützenkönigin oder Schützenkonig zu werden. Haben mehrere Schützen das Punktemaximum erreicht, findet um 11 Uhr der Ausstich statt. Um zirka 14.40 Uhr folgt die Ehrung der Schützenkönigin oder des Schützenkönigs.
  • Die Chilbi beginnt am Samstag um 10 Uhr und ist bis 1.30 Uhr in der Nacht geöffnet. Am Sonntag startet der Betrieb eine Stunde später, um 11 Uhr, und dauert nur bis 0.30 Uhr. Am Montag laufen die Bahnen noch von 11 bis 23 Uhr – von 11 bis 11.30 Uhr gibt es Gratisfahrten für die Bevölkerung.
  • Verkehr: Die Schützengesellschaft der Stadt Zürich bittet die Besucher, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Das Festareal erreichet man mit den Tramlinien 13 oder 17 bis Laubegg, mit den Buslinien 32 oder 89 bis Strassenverkehrsamt oder mit der S4 über Zürich Saalsporthalle. Parkieren ist auf dem Gelände nicht möglich. Einzig für Behinderte stehen Parkplätze an der Uetlibergstrasse unmittelbar beim Albisgüetli zur Verfügung.

Die Wettervorhersagen sind gut. Eine Voraussetzung für viele Besucher. Das freut Büttler: «Wenn die Sonne scheint, rechnen wir mit etwa 300'000 Personen pro Tag.»

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