Parlament pocht auf Mitsprache beim Zürcher Hochschulquartier

Die Umbaupläne für das Hochschulgebiet nehmen eine weitere Hürde: Die Gemeinderatskommission ist einverstanden – grundsätzlich.

Dieses Video zeigt die ersten Gebäude des neuen Hochschulquartiers an der Rämistrasse in Zürich. Video: Stadt Zürich

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Es ist ein Generationenprojekt, welches das Zürcher Stadtbild verändern wird: In den nächsten 30 Jahren planen Kanton, Bund und Hochschulen im zentral gelegenen Universitätsviertel mehrere neue Gebäude, Parks und einen Campus-Boulevard. Die Investitionen belaufen sich auf mehr als 4 Milliarden Franken.

Jetzt ist dieses Grossprojekt einen wichtigen Schritt weiter: Die Spezialkommission für Hochbau und Stadtentwicklung im Zürcher Stadtparlament ist mit den Plänen für die Erneuerung des Hochschulquartiers grundsätzlich einverstanden: Sie hat der nötigen Anpassung der städtischen Bau- und Zonenordnung (BZO) mit grossem Mehr zugestimmt, wie sie mitteilt.


Grafik: Grossprojekte im Hochschulquartier


Das Stadtparlament wird am 15. Mai entscheiden. «Damit schafft der Gemeinderat die planerische Grundordnung, um die Zukunft der Hochschulen im Zentrum Zürichs zu sichern», sagt Kommissionspräsident Patrick Hadi Huber (SP) auf Anfrage.

Die Kommission kritisiert allerdings, dass der Gemeinderat beim Planungsprozess im Univiertel viel zu spät eingebunden worden sei und zu wenig zu sagen habe. Um künftig mehr Mitspracherecht zu haben und auch Anliegen der Bevölkerung einfliessen lassen zu können, fordert sie einstimmig eine generelle Gestaltungsplanpflicht.

So soll das neue Uniquartier aussehen:

Kanton, Bund und die Hochschulen müssten im Hochschulquartier «Weitsicht wahren und dem Mehr an Verdichtung mit Umsicht begegnen», schreibt die Kommission. Der Kapazitätsausbau in einem dicht besiedelten Gebiet erfordere ein spezielles Gebietsmanagement. Qualitativ gute Grünanlagen, Strassenräume und Wegverbindungen sollten deshalb mit einem speziellen Artikel in der BZO gesichert werden. Damit reagiert die Kommission auf Widerstand aus der Quartierbevölkerung, welche einige der Neubauprojekte als zu hoch und klotzig kritisierte.

SVP, Grüne und AL unterliegen

Eine Minderheit aus SVP, Grünen und AL verlangte in der Kommission strengere Vorschriften zum Erhalt des Stadtbilds, namentlich eine dem Gelände entsprechend abgestufte Zonierung. Für die Mehrheit war dies allerdings «nicht zielführend». Die geforderte Höhenabstufung würde die Weiterentwicklung bremsen und stünde im Widerspruch zum übergeordneten Richtplan.

Zudem hätten die Hochschulen die Neubauten in Höhe und Volumen inzwischen bereits so weit als möglich reduziert, wie die im Januar präsentierten Projekte für das Bildungs- und Forschungszentrum von Herzog & de Meuron und für zwei Neubauten fürs Unispital von Christ & Gantenbein zeigten.

Einstimmigkeit herrscht in der Kommission beim historischen Trakt des Universitätsspitals, einem Bau der Zürcher Architektur-Säulenheiligen Häfeli/Moser/Steiger. Der Regierungsrat hält diesen als schützenswert, die Parlamentskommission dagegen will den spitaltechnisch veralteten Gebäudeteil nicht schützen lassen und verlangt vom Stadtrat, dass er sich beim Regierungsrat entsprechend dafür einsetzt.

Erste Bauten 2027

Zufrieden zeigt sich die Kommission schliesslich, dass Kanton und Bund der Forderung nachkommen, durch Büros belegte Wohnungen im Hochschulgebiet künftig wieder als Wohnungen zu nutzen.

Wann genau die ersten Neubauten im Hochschulquartier stehen werden, ist offen. Laut offiziellen Plänen sollen das Bildungs- und Forschungszentrum und die zwei Neubauten fürs Unispital bis 2027 realisiert sein. Wegen eines laufenden Rechtsverfahrens fehlt es allerdings noch an gültigen Gestaltungsplänen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.04.2019, 14:02 Uhr

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