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Parlament will Bussen für Abfallsünder

Rechts und links sind sich für einmal einig: Wer seinen Müll liegen lässt, soll bis zu 100 Franken bezahlen.

In einigen Städten und Kantonen können Abfallsünder schon heute von der Polizei gebüsst werden, auch in Zürich. Das Parlament in Bern will jetzt schweizweit eine solche Regelung einführen. Die Empörung über das rücksichtslose Zumüllen von Plätzen, Strassen, Parks und Wiesen hat ein Mass erreicht, das Rechte und Linke zusammenrücken lässt. Der Schweizerische Bauernverband ist für Bussen, weil Abfälle auf den Wiesen die Gesundheit der Tiere gefährden. Auch die Grünen wollen Ordnungsbussen bis zu 100 Franken. Sie setzen sich jedoch für zusätzliche Lösungen wie ein Pfand auf Aludosen und PET-Flaschen ein. Der Bund hat ausgerechnet, dass die Gemeinden für die Reinigung öffentlicher Plätze jährlich 200 Millionen Franken ausgeben. Die Wirksamkeit von Bussen wird vor allem aufgrund der schwierigen Umsetzung angezweifelt. Die Polizei muss einem Abfallsünder sozusagen beim Fallenlassen des Mülls zusehen. Wer in einem Park neben Güsel sitzt, kann behaupten, der Abfall sei nicht von ihm. Oder, er habe ihn nur gelagert, um ihn später mitzunehmen. Viele Bussenbefürworter betonen, dass der Aufwand für die Polizei vertretbar bleiben müsse. Gebüsst wird auch in Zürich nur äusserst selten. Anita Merkt

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