Patientin muss im Spital 144-Telefon-Notruf wählen

«Ich dachte, ich verblute»: Im Zürcher Unispital treten bei einer Patientin starke Blutungen auf. Sie drückt den Notfallknopf – doch nichts passiert.

Leere Gänge trotz Notfall: Eine junge Patientin hatte im Unispital Zürich Pech.

Leere Gänge trotz Notfall: Eine junge Patientin hatte im Unispital Zürich Pech. Bild: Keystone

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Eine 23-jährige Zürcherin musste wegen einer Mandeloperation ins Universitätsspital Zürich. Nach der Operation traten bei der jungen Patientin mitten in der Nacht starke Blutungen auf, wie «Watson» berichtet. Die Frau drückte mehrmals den Notfallknopf, allerdings vergeblich. Zu «Watson» sagte sie: «Ich dachte, ich verblute. Es lief mir ein ganzer Schwall aus dem Mund heraus.»

Nach einer halben Stunde versuchte die Zürcherin, selbst Hilfe zu holen. Doch auf der Station war keine Pflegeperson anwesend, niemand hörte sie rufen. In ihrer Not wählte die junge Frau schliesslich die Notfallnummer 144 – obwohl sie ja eigentlich schon im Spital war. «Es war für mich die einzige Möglichkeit, Hilfe zu holen.»

«Ich war völlig verloren»

Rund zehn Minuten später dann die Erlösung: Dank dem Notfalldienst wurde eine Pflegeperson alarmiert, die die Patientin zu einer Ärztin bringt. Die Blutung konnte gestoppt werden. Dennoch ist die 23-Jährige noch immer geschockt. «An dem Ort, wo ich mich am sichersten fühlen sollte, war ich völlig verloren. Das darf nicht sein.»

Laut dem Universitätsspital Zürich ist es zu einer «unglücklichen Verkettung verschiedener Umstände» gekommen, die zu diesem «bedauerlichen Vorfall» geführt hätten. Die Pflegefachperson, die für die Station verantwortlich war, musste aufgrund eines Notfalls an einem anderen Ort aushelfen. Weiter habe die Rufanlage nicht funktioniert, weshalb der Patientenalarm nicht ins Stationszimmer geleitet worden sei. Schuld daran sei ein technischer Defekt gewesen, der mittlerweile behoben sei.

(Übernommen von 20min.ch)


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Erstellt: 25.05.2018, 11:14 Uhr

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