Pizzaöfen statt Hardturm-Stadion

Eine IG will die «grüne Oase» in Zürich-West bewahren. Linke zweifeln an Kosten und an Quartierverträglichkeit.

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Einhellige Freude über Stadionpläne gab es noch nie. Beim letzten Projekt punkteten die Gegner mit den hohen Kosten der Stadt, zuvor störten sie sich am Schattenwurf der Gebäude. Dieses Mal wollen sich die kritischen Stimmen, vereint im Verein IG Freiräume Zürich-West, explizit nicht als Stadiongegner bezeichnet wissen. Sondern als Bewahrer von dem, was seit 2011 auf der Stadionbrache zur «grünen Oase» herangewachsen ist. Mit Gemeinderat Markus Knauss und Kantonsrätin Gabi Petri (beide Grüne) zählt der Verein zwei politisch aktive Mitglieder. «Der Ort ist in der Stadt einmalig und hat sich dank der Kreativität der Stadtbewohner zu dem entwickelt, was er heute ist», sagt Petri.

Auf der Brache gibt es neben einem Stadiongarten auch Brot und Pizzaöfen, einen Boulderwürfel, einen Skaterpark und – einen Fussballplatz. Mit der Verwaltung hat die Stadt den Verein Stadionbrache betraut. Gabi Petri sagt: «In Quartieren wie Neu-Oerlikon, hat die Stadt viel Geld in Grünflächen investiert und diese angestrengt belebt.» Es sei undenkbar, den Park umzusiedeln, und Grünflächen seien gerade in Zürich-West zentral. Die IG fordert, die Brache ins neue Projekt zu involvieren. 200 Personen haben die Absicht unterzeichnet.

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Abgesehen von den Exponenten der Grünen begrüssen die meisten Parteien und ihre Mitglieder das neue Stadion grundsätzlich. Die Linken stellen einzig die Finanzierung und die Quartierverträglichkeit infrage. So auch SP-Gemeinderätin Christine Seidler, die sich für das letzte Projekt starkgemacht hatte. Sie war anfänglich eher skeptisch eingestellt. Nun sagt sie: «Die Investoren sind sehr wohlwollend. Es ist wichtig, dass wir endlich eine Lösung haben.» Sie hat aber kritische Fragen zum Kostenkonstrukt und zur Aussage, das Projekt koste die Stadt nichts. «Da werden wir in der Kommission einiges überprüfen und verhandeln müssen. Kommen unsere Anliegen durch, dann wird es gut.»

AL-Gemeinderat Walter Angst sagt: «Wollen wir ein Stadion, dann ist das die Lösung.» Dass die 173 gemeinnützigen Wohnungen für eine bessere Durchmischung und Belebung des Quartiers genügen, glaubt er nicht. «Zürich-West braucht eine Quartiersanierung und keine teuren Turmwohnungen.» Dieser Punkt wird für ihn in den Verhandlungen in den Kommissionen zentral sein. «Zum Glück haben wir dafür viel Zeit.» Ein halbes Jahr, dann kommt die Vorlage in den Gemeinderat.

Video: Das sagt der FCZ-Präsident zum neuen Stadion

«Eine optimale Lösung»: FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Video: Nicolas Fäs (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.09.2017, 07:17 Uhr

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