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Pläne für Zürcher Kaserneneareal geplatzt

Die Bürgerlichen haben sich heute im Kantonsrat geweigert, Geld für die Sanierung der alten Zeughäuser zu sprechen. Weil ihnen die Absichten der rot-grün regierten Stadt nicht passen.

Sanierungsbedürftig: Durchgang in den denkmalgeschützten Zeughäusern. Bild: Doris Fanconi
Sanierungsbedürftig: Durchgang in den denkmalgeschützten Zeughäusern. Bild: Doris Fanconi

Der Frust beim kantonalen Baudirektor Marus Kägi (SVP) sass nach der Niederlage von heute Vormittag tief. Die bürgerlichen Parteien hätten gerade die Bemühungen von vielen Jahren kaputtgemacht, sagte er. Dies, nachdem sich der Kantonsrat äusserst knapp dagegen ausgesprochen hatte, Geld für die Sanierung der Zeughäuser auf dem Zürcher Kasernenareals zu bewilligen. 91 Stimmen wären nötig gewesen, aber nur 88 kamen zusammen. Damit kommt es nach 40 Jahren ergebnisloser Planung zu einem weiteren Stillstand.

Die kontrovers diskutierte Frage war, ob sich der Kanton mit 30 Millionen Franken an der Instandsetzung der denkmalgeschützten Zeughäuser im hinteren Teil des Areals beteiligen soll, wenn die Stadt Zürich diese im Baurecht übernimmt. Baudirektor Kägi hatte sich dafür ausgesprochen, weil der Kanton als Besitzer während Jahrzehnten den Unterhalt vernachlässigt hatte. Im Gegenzug hätte die Stadt die andere Hälfte der Sanierungskosten übernommen, einen bescheidenen Baurechtszins bezahlt und die Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein Teil der Zeughäuser ist heute nicht zugänglich. Der Masterplan fürs Areal, den Kanton und Stadt seit 2013 gemeinsam ausgearbeitet haben, sah dort eine sanfte Entwicklung vor mit Kleingewerbe, Kunst, Kultur und öffentlichen Räumen. Kägi appellierte an die bürgerliche Ratsseite, die Vorlage zu unterstützen. Der Kanton habe einen guten Deal mit der Stadt gemacht. Nun sei man auf der Zielgeraden. «Lassen Sie doch den Wahlkampf beiseite.»

Alles, was am rot-grünen Zürich zuwider ist

Doch SVP, FDP und EDU fanden, die Stadt Zürich solle die Kosten für die Instandsetzung alleine tragen. Schliesslich sei schon der Baurechtszins nicht marktüblich. In der vierstündigen Debatte wurde auch die geplante Nutzung kritisiert. Es sei stossend, dass Investoren oder Startups von vornherein ausgeschlossen würden. Die Pläne für die Zeughäuser in einen Zusammenhang mit der Besetzerszene und der Roten Fabrik gebracht – mit einer Kultur, die den Bürgerlichen zuwider ist. Es brauche keinen weiteren «Erwachsenen-Spielplatz für rot-grüne Wähler».

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SP und Grüne vermuteten, dass die Bürgerlichen der rot-grünen Stadt Zürich einfach eins auswischen wollten. Grund dafür sei, dass im urbanen Zürich anders gewählt werde als auf dem Land. Das sei ein neuer Höhepunkt im «Zürich-Bashing» und führe zu einer «Eiszeit zwischen Stadt und Kanton», befürchteten viele.

Sollte es nicht gelinge, mit der Stadt eine neue Vereinbarung auszuhandeln, dürfte es laut nun darauf hinauslaufen, dass der Kanton auch den hinteren Teil des Areals alleine saniert und dann entscheiden muss, wie man diesen nutzt. Die Hoheit über Polizei- und Militärkaserne, den vorderen Teil des Areals, will der Kanton ohnehin behalten. Dort soll unter anderem ein Bildungszentrum für Erwachsene eingerichtet werden. Die Kasernenwiese, heute zur Hälfte vom Polizeigefängnis belegt, soll in einen Park verwandelt werden.

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